vom fördern und (über-)fordern

Bereits kurz nach  der Geburt unseres Mini-Menschen-Mädchens haben wir uns mit ihr zu einem Babyschwimmkurs angemeldet. Das Babyschwimmen sollte unser Baby glücklich machen, es sollte sich so wohlig warm fühlen wie im Fruchtwasser des Mutterleibs. So zumindestens unsere Intention. Das hat leider mäßig bis gar nicht geklappt. Es war natürlich bereits in den Umkleideräumen so knalle-heiß, dass Guido und ich (wir waren zum Glück IMMER zu zweit dort!) schon bevor die Schwimmstunde überhaupt begonnen hatte, fix und foxi waren. Frieda, die man kaum ablegen konnte, schrie schon beim Umziehen so doll und war kaum zu beruhigen. Ihre Stimmung wurde im Wasser dann nur noch schlimmer. Ein paar Mal waren wir da, aber es wurde auch mit der Zeit nicht wirklich besser und am Ende haben wir die restlichen 10 Stunden einfach verfallen lassen. So einen Horror brauchen wir nicht und unser Mini-Menschen-Mädchen schon gar nicht. Erstmal keine Kurse mehr für uns!

musikkurs1Nun hat mir unsere liebe Nachbarin aber einen Musikkurs an unserer Kölner Musikhochschule empfohlen. Nur ein paar hundert Meter von uns entfernt. Perfekt! Seit genau drei Wochen nehmen wir nun also an diesem Kurs teil und sind hellauf begeistert. Es ist kein Musikkurs, in dem eine (wenn auch schöne) Kinderlieder- und Mitmach-CD in den Player eingelegt wird, damit Eltern und Kinder Bewegungen zu den Liedern einstudieren, nein! Hier bereiten Studenten der Musikpädagogik in mühevoller Heimarbeit gut durchdachte Stunden vor und führen sie dann unter Aufsicht der Dozentin mit den anwesenden Eltern und vor allem ihren Kindern durch. Und es wäre ja keine Hochschule für Musik und Tanz, wenn die Studenten nicht alle Instrumente spielen würden. Instrumente, die Kinder im Alter unseres Mini-Menschen-Mädchen wahrscheinlich sonst niemals live zu Gesicht und vor allem zu Gehör bekommen würden. Wirklich toll. Des Weiteren können die Studenten alle toll singen, haben zauberhafte Stimmen und entführen die großen und kleinen Teilnehmer mit ihrem Talent auf eine richtige Reise. Ein- und vor allem ausdrucksvoll spielen sie mit Gestik, Mimik, Stimme und ihren Instrumenten Geschichten nach oder verkörpern sie eben selbst. Einfach wunderbar. Natürlich werden auch schon die Kleinsten an Instrumente herangeführt. So durfte unsere Frieda bisher nicht nur eine Rahmentrommel ausprobieren, sondern auch musikkurs2schon mehrere Male mit einem Schlägel auf einem Holz-Xylophon spielen. Im Moment befinden wir uns in den Musikstunden inmitten des goldbraunen Herbstwetters mit Sonne, Wolken, Regen, viel Wind, buntem Laub und vielen Pfützen. Letztere mag unsere Frieda am liebsten, denn in sie springen wir imaginär und es platscht so schön. Wie ihr merkt, sind wir total begeistert und freuen uns jetzt schon wieder auf den nächsten Freitag. Weitere Aktivitäten, Kurse und (mögliche Über-) Forderungen kommen für uns allerdings im Moment nicht in Frage. Die Mini-Menschen haben doch sowieso so viel zu entdecken, erleben und kennenzulernen. Einfach erstmal wachsen lassen. Der Förder-Ernst des Lebens kommt ja unaufhaltsam –  auch ganz ohne Kurse.

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