das erste jahr oder: baby? nein, danke!

babyfrage3Früher war ich ein Babyschreck. Echt jetzt. In meiner unmittelbaren Nähe hat so ziemlich jedes Baby richtig doll geweint. Dabei musste ich den Winzlingen noch nicht einmal wirklich richtig nahe kommen. Meine Ansprache hat gereicht. Es gab‘ auch keine Ausnahmen. Sie haben alle bitterlich geschrien. Das besserte sich auch lange Zeit irgendwie nicht, so dass ich es irgendwann gar nicht mehr probierte. Ich war auch immer mega unbeholfen, wusste nichts mit diesen kleinen Zauberwesen anzufangen, fasste sie übervorsichtig und trotzdem ohne echtes Feingefühl an. Ein Baby auf dem Arm zu haben, löste in mir eher ein „Nimm‘ du es bitte lieber wieder. Und zwar schnell!“ aus. Ich konnte es nicht und wollte es auch nicht. Ich habe niemals darum gebeten, dass man mir Babys in den Arm legte. Diese Stimmung, mein Gefühl, meine Angst und Unsicherheit habe ich dann also ziemlich sicher an diese kleine Wunder transportiert.

Dann kam unsere Frieda und mit einem Schlag war alles anders. Natürlich war ich schon während der Schwangerschaft unendlich in dieses kleine Mini-Menschen-Mädchen verliebt. Jedoch potenzierte sich diese Liebe nochmal in dem Augenblick der Geburt, ein weiteres Mal kurz danach und tatsächlich wird sie immer noch jeden Tag ein kleines bißchen intensiver. Und babyfrage1größer. Und doller. Und mehr. Und ohnehin schöner. Und… somit bin ich auch schon mittendrin in der Blogparade der lieben Nicole von Das Elternhandbuch. Sie fragt nämlich, welcher Mama-Typ bist du? Genießt du die Säuglingszeit sehr, gehst du richtig darin auf und wünschst dir allein dieser wundervollen Babyzeit wegen noch fünf weitere Kinder? Oder bist du eher froh, dass die lieben Kleinen irgendwann aktiver, kommunikativer und selbstständiger werden? Ich bin tatsächlich immer noch dieser „Baby? Nein, danke“-Typ. Naja. Nicht ganz, denn ich habe bisher jede einzelne Phase, jede Zeit und wirklich jede Entwicklungsstufe unseres so wundervollen Mädchens geliebt und liebe sie auch rückblickend alle noch sehr. Gerne schwelge ich in den wunderbaren Erinnerungen, schaue mir Fotos an und denke an die schöne Säuglingszeit zurück. Ich habe es sehr geliebt unsere Frieda zu stillen. Vor allem nachts, wenn alles dunkel, alles ruhig und nur wir beide wach waren. Ich liebte es so sehr, sie zu wiegen, zu kuscheln, zu küssen, anzuschauen, anzufassen, zu riechen, ihren leisen Atem zu hören und sie ganz nah bei mir, ganz nah an meinem Herzen zu tragen. Ich liebte? Nein, ich liebe es immer noch (bis auf das Stillen, denn Frieda ist ja bereits abgestillt), denn all‘ diese schönen Glücksmomente sind ja nicht nur den Eltern eines Säuglings vorbehalten. Das erlebst du ja mit einem Kleinkind immer noch. Unser Mini-Menschen-Mädchen wird dabei aber nicht nur jeden Tag ein bißchen größer und reifer, kommunikativer, selbstständiger und witziger, sondern in meinen Augen eben auch cooler. Und ES wird cooler. Es macht mir einfach von Tag zu Tag immer noch mehr Spaß mit ihr. Das alles wird immer noch ein bißchen mehr getoppt. Es wird immer lustiger, die Spiele spannender. Es ist so wundervoll mit unserer Frieda die Welt zu entdecken, die ohnehin uns gehört. Wir sammeln Steine, beobachten Marienkäfer, Ameisen und Kellerasseln. Wir pusten die kleinen Fallschirme des Löwenzahns in den Himmel. Wir schauen uns gemeinsam Bücher an. Malen, Basteln, Kneten, hören Musik oder Hörspiele. Wir füttern Puppen und Kuscheltiere, wir schauen gemeinsam den Sandmann, kuscheln und dabei gemeinsam unter eine Wolldecke. Wir hüpfen auf dem Sofa, machen Wettrennen. Gemeinsam gehen wir mit unserer Grete spazieren oder kämmen sie, machen Pausen im babyfrage2Treppenhaus mit Tee und Keksen. Wir spielen unser geliebtes Memory, werfen Pixi-Bücher-Haufen in die Luft, machen Unordnung und lassen „Bomben einschlagen“. Wir räumen auch (weitestgehend) zusammen auf. Wir schmieren gemeinsam Brote, wir tanzen, werfen uns Bälle zu, wir klettern und rutschen, wir singen, lachen und schaukeln. Wir gehen shoppen und in den Supermarkt. Wir machen so unendlich viele tolle Sachen zusammen. Und wir schlafen gemeinsam in unserem Familienbett. Dabei kuscheln,  küssen und schnuffeln wir viel. Ich schaue unser Mini-Menschen-Mädchen an wenn sie schläft und höre auf ihren Atem. Immer noch.

Die Babyzeit war für mich unglaublich schön. Trotzdem bin ich aber nicht der Typ „Baby-Mama“, sondern liebe das Leben mit einem Kleinkind ein klitzkleines bißchen mehr. Ich bin mir sicher, dass das auch noch eine gewisse Zeit so weitergeht und ich die nächsten Entwicklungsschritte und Meilensteine immer noch ein wenig toller finde. Aber auch ich höre mich irgendwann sagen: „Wo ist nur die Zeit geblieben? So schnell ist sie groß.“ Und auch ich sehne mich dann wahrscheinlich an die Säuglingszeit zurück. An die Zeit, die eigentlich gar nicht so richtig zu mir passte und dann ich wünsche mir aber doch den Tag herbei, an dem mir unser kleines Mini-Menschen-Mädchen zum ersten Mal auf die Brust gelegt wurde. Und in meinen Gedanken können wir nochmal alles gemeinsam. In unendlicher und unermesslich großer Liebe.

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