ich glaube, ich bin schwanger

Euch allen sei vorweg gesagt: Ich bin nicht schwanger! Guido und ich wollten und wollen auch ziemlich sicher auch immer nur ein gemeinsames Mini-Menschen-Kind. Bäääh! Sorry, Leute. Dies hier ist also keine Bekanntgabe einer wunderbaren Neuigkeit, sondern viel mehr mein ganz persönlicher Beitrag zur Blogparade „Schwanger – hurra oder uuups?“ von Stefanie von Nicht noch ein Frauenblog. Heute erzähle ich mal, wie das bei uns mit dem Schwangerwerden so klappte und sich das Schwangersein für uns anfühlte. Tatsächlich habe ich immer mal wieder hin und her überlegt, ob ich zu diesem Thema überhaupt etwas Persönliches in meinem Blog schreiben soll. Bisher habe ich mich schlichtweg einfach nicht getraut. Es gibt ja sehr viele Paare, die sich nichts sehnlicher als ein Kind wünschen, die sich das Schwangerwerden so wunderschön natürlich und vor allem unkompliziert vorgestellt haben und bei vielen von ihnen zerplatzt dann die Seifenblase mit ihren Wünschen und Träumen. Ich selbst kenne das aus meinem Bekanntenkreis und dann komme ich mit meinem Bericht… Ich möchte mit diesem Text keinem Leser meines Blogs zu Nahe treten oder ihn traurig stimmen. Trotzdem finde ich, dass es einfach auch zu wenige dieser locker und leichten Berichte zu lesen gibt. Die eine Seite scheint ein Tabu zu sein, die andere Seite aber scheinbar auch. Wer nun also zu den Lesern gehört, die aus persönlichen Gründen einen Bericht von einem natürlichen und vor allem flotten Schwangerwerden nicht gerne lesen mögen, der höre nun an dieser Stelle auf.

Folgende Zeilen eines unbekannten Dichters und Denkers habe ich mir mal notiert und ich finde, sie sagen ganz richtig, …

Was ist ein Kind?

Das, was
das Haus glücklicher
die Liebe stärker,
die Geduld größer,
die Hände geschäftiger,
die Nächte kürzer,
die Tage länger
und die Zukunft heller macht!

und deshalb (und natürlich aus noch vielen 1000 Gründen mehr) wünschten Guido und ich uns dann also doch irgendwann ein gemeinsames Kind. Zugegeben war ich die Initialzündung, aber seine strahlende Antwort kam zum Glück innerhalb von Sekunden! Wir wünschten uns also ein absolutes Wunschkind und bereits im ersten Zyklus nach Absetzen der Pille blieb meine Periode aus. Es fühlte sich auch sofort nach schwanger-sein an, irgendwie. Wobei ich dieses Gefühl natürlich gar nicht in Worte fassen kann. Es ist einfach eines der unbeschreiblichsten Gefühle im Leben – definitiv.  Ich war dann also ganz flott, ganz unkompliziert und vollkommen natürlich schwanger geworden. Wir haben niemals damit gerechnet, dass es überhaupt so schnell gehen kann und wird. Alle Freunde und Bekannte probierten seit Monaten, manche sogar seit einem guten Jahr und zogen schon einen Besuch in einer Praxis für Reproduktionsmedizin in Betracht. Ich kaufte auch keinen Schwangerschaftstest in der Drogerie, sondern vertraute meinem Bauchgefühl und stiefelte dann in der 7. SSW zum Frauenarzt. Leider war dort nur die Urlaubsvertretung in der Gemeinschaftspraxis meiner Frauenärztin und die Schwangerschaft wurde ruck-zuck und recht unspektakulär durch ein Ultraschall bestätigt. Alles Weitere sollte dann aber meine Ärztin nach ihrem Urlaub machen. Trotzdem ging ich überglücklich, überwältigt, aber auch etwas unsicher nach Hause. Denn wie schreibt auch Stefanie von Nicht noch ein Frauenblog so schön: „Vom Elternsein träumen ist ja immer noch einfacher, als tatsächlich Eltern zu werden.“ Recht hat sie. Wir hatten ja einfach gar nicht damit gerechnet, dass es überhaupt so schnell gehen kann.

Unser Leben ging dann erstmal so ziemlich normal weiter und auch wenn es sich zwischendurch immer nach schwangersein und wir-werden-tatsächlich-Eltern anfühlte, war es doch immer auch unglaublich, unbeschreiblich und sogar auch noch ein bißchen unwirklich. Es war alles so, wie immer. Klar, die Gedanken sind immer mal wieder beim Baby im Bauch und beim Leben nach der Geburt, bei der Liebe, die uns verbinden und erfüllen wird, aber es war ja erstmal kaum etwas zu spüren und schon gar nichts zu sehen. Sehr komisch war für uns die Bekanntgabe der Schwangerschaft im Lehrerkollegium, denn Guido und ich waren ja zu diesem Zeitpunkt beide an derselben Schule tätig. Sonst lief aber alles seinen Lauf. Mutter und Kind entwickelten sich prächtig, mir wurde nie übel, ich bekam keine Pickel und auch erstmal keine anderen üblen Begleiterscheinungen (später wurde dann bei mir Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert – das brachte ganz viele Veränderungen mit sich und dazu schreibe ich gerne auch mal einen extra Beitrag!). Ich arbeitete trotz der Einstufung als „gefährlich“ bis zum Beginn des Mutterschutzes an meiner Schule, denn einen Alltag ohne Arbeit konnte ich mir während der Schwangerschaft überhaupt nicht vorstellen. Sowieso waren wir irgendwie gar nicht so „typisch“ schwanger (wenn es das überhaupt gibt) und lebten unser normales Leben weiter. Wir machten auch nie Extra-Babybauch-Fotos und das Bäuchlein in der Öffentlichkeit zu halten, zu schützen und zu streicheln fand‘ ich immer schon als totalen Abturner – bei anderen Schwangeren und erst recht bei mir selbst. Frieda ist also unser absolutes Wunschkind. Gewünscht und geplant, doch schneller als erwartet.

Mag jemand von euch mal erzählen? Waren eure Mini-Menschen-Kinder geplant und gewünscht? Ging‘ das Schwanger-werden schnell oder hat sich euer Nachwuchs Zeit gelassen? Habt ihr eine künstliche Befruchtung in Betracht gezogen oder durchgeführt? (Ob gewünscht oder nicht, ob natürlich oder künstlich befruchtet, ist übrigens in meinen Augen absolut kein Maßstab für diese unglaubliche Liebe, die Eltern ihrem Kind dann geben und durch das Kind erfahren können und wollen!).

Danke, Stefanie. Ohne deinen Aufruf hätte ich wahrscheinlich bis heute nicht darüber geschrieben.

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