mit papa allein zu haus

Guido und Frieda sind ein absolutes Dreamteam. Sie lieben sich heiß und innig und verbringen gerne viel Zeit miteinander. Sie spielen, kuscheln, toben, kneten, malen, hören Musik, tanzen, lesen, spielen wieder, rutschen, schaukeln, gucken Fernsehen, essen Eis, schmusen, gehen mit unserer Hundedame Grete Gassi und spielen weiter oder gehen auch gerne auf den Spielplatz. Es ist ganz wunderbar zu sehen, wie die beiden dies alles miteinander machen, sich aufeinander einlassen, gegenseitig Rücksicht nehmen und ihre Zeit in vollen Zügen genießen. Für mich als Mama ist es ebenfalls toll zu wissen, dass es beiden nicht nur sehr gut miteinander geht und sie unendlich viel Spaß haben, sondern dass Guido auch alle Schwierigkeiten problemlos meistert und immer auch gute Wege findet sie zu lösen (auch, wenn meine Wege meistens etwas anders aussehen). Aber auch das ist gut so!

Mindestens einmal in der Woche holt Guido unser Mini-Menschen-Mädchen mittags aus der KiTa ab, denn manchmal muss auch ich länger arbeiten. Elterngespräche, Fortbildungen, Teamsitzungen oder Konferenzen bringt mein Lehrerjob nämlich auch mit sich. Zum Glück kann ich meine Termine ganz gut mit Guidos abstimmen, der ja (ebenfalls Lehrer) auch nicht weniger Zeit in der Schule verbringt als ich. Neulich, als ich mal wieder am späteren Nachmittag nach Hause kam und mich so sehr auf zu Hause und unsere gemeinsame Familienzeit freute, erwartete mich allerdings wieder ein kleines Chaos. Eigentlich nichts Neues und doch irgendwie schon.

Guido ist nämlich der tollste und beste Hausmann, den ich kenne. Er ist super ordentlich, liebt es aufgeräumt-minimalistisch, putzt die Fenster, pflegt regelmäßig die Wasch- , Kaffee- und Spülmaschine, entkalkt Wasserkocher und saugt, wischt, reinigt, schrubbt das Ceranfeld, wäscht mit Vorliebe Wäsche, hängt sie auf, räumt die Spülmaschine ein und aus, geht einkaufen und und und – genau wie ich. Er macht das eigentlich auch alles ganz gerne – ebenfalls genauso wie ich. Wenn nun das Wort eigentlich aber nicht wäre. Um all‘ das zu tun, braucht er nämlich Ruhe. Mit einem kleinen Mini-Menschen-Mädchen, das um ihn herumschlawänzelt, ihn Dinge fragt, zum Spiel oder Tanz bittet, sich unterhalten will, mit ihm singen möchte, am Spülbecken mit Wasser planscht oder ihn mal wieder mit dem kompletten Inhalt ihres Arztkoffers auf den Kopf stellt und mit etlichen Kinder-Monsterpflastern beklebt, schafft er das alles nicht.

Klar, ein paar der aufgezählten Tätigkeiten im Haushalt sind mit Kleinkind in der Nähe auch wirklich nur für Hartgesottene oder gut Trainierte zu schaffen, aber von denen möchte ich auch gar nicht reden. Ich kann mir ohnehin schon nicht vorstellen, selbst einmal im Leben unsere Fenster zu putzen. Schon gar nicht würde ich das aber mit einem tobenden Kleinkind im Background, von dem man nie weiß, auf welche witzige Idee es im nächsten Augenblick kommt, machen. Nein, ich meine eher so „einfache“ Sachen, die man sogar auch mit unserem Mini-Menschen-Mädchen gemeinsam erledigen könnte, denn sie liebt es in unsere täglich Hausarbeit eingebunden zu werden. Es sind so Aufgaben wie: benutztes Geschirr direkt in den Geschirrspüler zu räumen und nicht auf der Ablage zu stapeln. Die Waschmaschine anzustellen und nach gut einer Stunde die Wäsche aufzuhängen. Mal eben (oberflächlich) durchzusaugen, das Essen vorzubereiten oder kurz zum Penny runterzuspringen und schon mal das Nötigste einzukaufen. Klar, ist es mit Kind im Schlepptau alles etwas anstrengender und es dauert länger – viel länger. Oft ist es mehr Arbeit, als wenn man es „mal eben“ alleine macht. Manchmal raubt es einem auch den letzten Nerv. Wenn ich aber dann von meinem längeren Arbeitstag komme, braucht Guido meistens erstmal ’ne kurze Frieda-Action-Pause, geht einkaufen und kocht – weitestgehend alleine. Ich spiele, kuschel, tobe, knete, male, tanze, lese und höre mit unserem Mini-Menschen-Mädchen Musik. Und ganz nebenbei räume ich das Geschirr in die Spülmaschine, stelle mit Frieda zusammen eine Maschine Wäsche an und sauge wenigstens schnell die Hundehaarwolken und Sandkörner im Flur auf. Ich bereite unser aller Lunchboxen für den nächsten Schul- und KiTa-Tag vor und putze vielleicht sogar noch Klo und Waschbecken.

Ich frage mich eigentlich jeden Tag um Himmels Willen, warum viele Männer die alltäglichen Tätigkeiten im Haushalt, nicht so wie wir Frauen, ganz nebenbei erledigen können. Warum kümmern sie sich um das Kind ODER um den Haushalt? Liegt das einzig und allein an der fehlenden Multi-Tasking-Fähigkeit? Sind es die Gene und die Evolution? Wie läuft das bei euch zu Hause? Können eure Männer Kind und Haushalt gleichzeitig managen? Ich bin einfach nur gespannt…

P.s.: Diesen Text habe ich am Freitag Abend geschrieben. Am darauffolgenden Tag war ich spontan für über 6 Stunden auf dem wundervollen BloggerEvent von Jättefint – ohne Mini-Menschen-Kind. Als hätte Guido den Braten gerochen, hatte er an diesem Tag gemeinsam mit unserer Frieda gewaschen, Wäsche aufgehängt,  den Einkauf erledigt, gekocht und auch die Spülmaschine aus- und wieder eingeräumt. Es gibt nun also für mich zahlreiche Beweise dafür, dass auch für Männer die Vereinbarkeit von Haushalt und Kind kein Fremdwort sein muss.

1 Comment

  • Ich glaube den Papis fehlt einfach die Routine dafür. Unser Papi ist auch ein Superpapa aber manchmal vergisst er kurz das er Papa ist und macht das Gitter oder den Spüli nicht zu aber dafür die Klotür (ungünstig wenn die Pusteblume grad wieder laufen übt). Mit dem Haushalt ist es nichts Anderes. Pusteblume und unser braunes haariges Riesenbabyhundetier oder Haushalt. Beides ist eher schwierig bis unmöglich, zumindest wenn ich in der Nähe bin. Dafür wird Pusteblume auch mal wütend wenn Papa ohne sie den Spüli an macht. 😛
    Aber ich bin froh das ich meinen Superpapi habe und er mir gerne hilft wo er kann.
    LG Nina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.