hilfe, mein kind ist ein linkshänder

linkshänder1ALLTAGSGESCHICHTE Vermutet habe ich es ja schon ziemlich lange, nun ist es aber seit einiger Zeit wirklich klar: Unser Mini-Menschen-Mädchen ist definitiv ein Linkshänder. Während Frieda die ersten 2 Jahre ihre Hände bei unterschiedlichen Tätigkeiten natürlich zwischendurch noch wechselte, ist die linke Hand mittlerweile die dominantere. Sie malt, schneidet, isst und schreibt mit ihrer linken Hand und sieht darin auch überhaupt kein Problem. Warum auch? Für sie ist es normal und, obwohl Guido und ich beide Rechtshänder sind, ist es das für uns selbstverständlich auch. Wenn man im Alltag ein paar Kleinigkeiten beachtet und die Linkshändigkeit später beim Kauf von Schulmaterialien entsprechend berücksichtigt, kann doch eigentlich gar nichts schief gehen, oder?

Woher kommen denn die Linkshänder?

linkshänder2Natürlich habe ich ein bißchen gelesen und im Internet nachgeforscht, um der Frage nach der Vererbung der Linkshändigkeit nachzugehen. So etwas finde ich nämlich immer total spannend und lese mich zu gern in die Thematik ein. Rechts- und Linkshändigkeit wird wohl durch die Funktionsweise der Gehirnhälften bestimmt. Irgendwie scheint es aber noch gar keine wissenschaftlich-fundierte Aussage zur Vererbung der Händigkeit zu geben, denn man findet lediglich Vermutungen zu ausschlaggebenden Chromosomen. Irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass die Entscheidung über die Dominanz einer Körperseite schon im Mutterleib vor der 15. Schwangerschaftswoche geschehen soll. Wahnsinn, oder? Und dass Mini-Menschen-Kinder nicht ausschließlich die Erben der elterlichen Gene sind, sondern einzelne Auffälligkeiten auch mal eine Generation überspringen können, ist ja spätestens seit dem berühmten Erbsenzähler Gregor Mendel bekannt. Meine Mama ist ziemlich sicher eine umerzogene Linkshänderin und meine Schwester und auch meine Nichte sind beide Linkshänder. Guidos Zwillingsbruder wurde wohl noch an die rechte Hand umgewöhnt und unsere Frieda reiht sich nun in die Reihe dieser wundervollen und sehr kreativen Menschen ein. Am Ende rufe ich also gar nicht um Hilfe, sondern finde die Linkshändigkeit unserer Frieda ganz wunderbar.

„Oh, nein. ein Linkshänder!“

Ich kann es nicht mehr hören. Warum eine Linkshändigkeit für viele Leute unserer Gesellschaft immer noch wie ein Makel ist, erschließt sich mir nicht. Bei manchen Kommentaren könnte man meinen, dass Linkshänder nicht normal, nicht richtig und nicht ganz in Ordnung seien. Ja, noch vor rund 40 Jahren wurden Kinder, die vermehrt die linke Hand benutzten, umerzogen. Was für eine Qual das gewesen sein muss möchte ich mir nicht ausmalen. Zum Glück macht man das heutzutage nicht mehr bewusst, sondern lässt alle Kinder einfach so, wie sie sind – nämlich ganz wunderbar. Egal, ob mit links oder rechts. Eine Umschulung der Händigkeit kann nachweislich auch zu unschöne Folgen haben. Gedächtnisstörungen, Konzentrationsmangel und Sprachstörungen wie zum Beispiel Stottern sind nur einige wenige Schwierigkeiten, die auftreten können. Eine umfangreiche Übersicht dazu und sehr viele weitere Infos über Linkshändigkeit findet ihr, bei Interesse, auf der Seite „Erste deutsche Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder„.

Was brauchen Linkshänder denn nun?

Unsere Welt ist für Rechtshänder gemacht und einige Kinder stellen sich wohl auch immer noch ganz von alleine um, weil sie eben keine Unterstützung Seiten der Eltern bekomme, ihre Linkshändigkeit auch zu leben. Wie in vielen anderen Bereichen unseres Lebens lernen unsere Mini-Menschen-Kinder am Modell und schauen sich unter anderem auch den Umgang mit Stift und Schere bei den Eltern ab. Wir sind jedenfalls sensibilisiert und wollen das natürlich unbedingt vermeiden. Eine Linkshänderschere hat Frieda selbstverständlich schon lange, da das Schneiden mit links eines der ersten sicheren Anzeichen mit ca. 2 Jahren war und unsere Rechtshänderscheren einfach nicht funktionierten. Einen Linkshänder-Anspitzer habe ich ihr nun auch noch besorgt, denn das erschien mir ja auch total logisch. Allerdings hat sich unsere Frieda tatsächlich schon sehr an die rechtsdrehenden Spitzer gewöhnt und drehte natürlich erstmal in die falsche Richtung. Des Weiteren werde ich mich mit der Anschaffung einiger anderen Materialien spätestens dann beschäftigen, wenn sie zu schreiben beginnt. Da geht es nämlich nicht nur um eine lockere, gesunde Stifthaltung, sondern beispielsweise auch um die Position des Heftes. Der Markt gibt viele Dinge her, nicht alles ist unbedingt notwendig. Ich werde mich weiter in die Thematik einlesen und nehme euch selbstverständlich gerne mit auf diese wirklich spannende Reise.

Ist euer Kind ein Linkshänder oder Rechtshänder? Habt ihr tolle Tipps für  andere Eltern mit welchen Dingen des Alltags man Linkshändern das Leben wirklich erleichtern kann? Was braucht man unbedingt und was nicht?

1 Comment

  • Auch unsere Tochter schreibt, malt, isst, bastelt und das aktuelle Projekt: versucht sich daran, nach einer Rechtshänderanleitung das Schleife binden mit Links umzusetzen!
    Anfangs noch Beidhändig wechselnd, haben wir uns als Rechtshändige Familie oft gefragt, ob Sie nicht zwangsläufig mit Links zugreift, wenn ihr alles mit Rechts angereicht wird! So hatte unsere Tochter immer 2 Scheren und 2 Anspitzer zur Auswahl! Die linke Hand hat sich klar durchgesetzt und mittlerweile gibt es bei uns folgende Linkshänderprodukte: Anspitzer, Scheren, Schreib/Malunterlage und den Griffix Druckbleistift.
    Im Sommer zum Schulanfang werden mit Sicherheit noch einige andere Produkte hinzukommen! Ich empfehle den LAFÜLIKI, wenn es um intelligente aber auch sinnfreie Produkte für Linkshänder geht!
    Vielen Dank für deinen Artikel zur Händigkeit!

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