liebe deinen nächsten…

naechstenliebe…wie dich selbst. Ist nicht nur eines der Gebote, die Gott Moses im alten Testament mit auf den Weg gibt, sondern Nächstenliebe kommt ja hundertfach in der Bibel vor. Jetzt muss man aber nicht unbedingt christlich sein, um uneigennützig einem anderen Menschen etwas Gutes zu tun. Das Gute und Helfende kann ja auch „nur“ ein besonders intensives Gespräch oder eine kleine Geste sein und muss nicht gleich immer mit materiellen Gütern einhergehen. Vielleicht fängt Nächstenliebe ja auch  im Kleinen schon da an, wenn man freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit durch die Welt geht. Älteren Menschen mit Gehwägelchen bei den Einkäufen hilft, einer Frau mit Kinderwagen im Kaufhaus die Türen aufhält oder einem Kind den Fußball wieder zurückschießt, der im Park vor meinen Füßen gelandet ist. Jeder von uns kann bei sich und vermeintlichen Kleinigkeiten anfangen. Gestern Abend, als ich noch mit Grete die letzte Abendrunde drehte, saß an einer Ecke ein Obdachloser, der alle vorbeigehenden Leute nach einer Zigarette anschnorrte. Kaum einer reagierte überhaupt. Mit solchen Menschen wollen ja die Meisten irgendwie auch Nichts zu tun haben. Vielleicht weil sie stinken, ziemlich betrunken sind oder weil man eben in unserer Welt doch naechstenliebe2ganz oft (klein-)kriminelle Energie vermutet. Da holt man lieber sein Portemonnaie nicht raus, denn möglicherweise ist es dann schneller weg als man gucken kann. Als ich auf seiner Höhe war, sprach er mich auch an. „Hast du ’ne Kippe?“ Ich blieb kurz stehen und verneinte. „Warum rauchst du denn nicht?“. Natürlich erzählte ich von Frieda und davon, dass ich noch stille und niemals diesem Wesen schaden möchte. Dieser Obdachlose kramte daraufhin in seiner Jackentasche und gab‘ mir seine letzten 15 Cent. Ich solle das Geld in die Spardose des Babys tun. Ich wollte es natürlich erst gar nicht annehmen. Er bat mich aber mehrmals ernsthaft und aufrichtig darum, als ich immer wieder ablehnte. Ich nahm die Cent und war ganz berührt – fast schon verzaubert. Zu Hause angekommen erzählte ich sofort Guido von dieser rührenden Begegnung. Wir waren uns einig, dass ich diesem Menschen irgendwie wieder etwas Gutes zurückgeben wollte, denn so etwas war mir noch nie passiert. Ich brachte ihm eine ganze Schachtel Zigaretten vorbei. Zum Glück saß er noch da. Nun war der Mann fast unter Tränen. Er freute sich so sehr und betonte ausdrücklich, dass er in seinem ganzen Leben bisher nicht so einen lieben Menschen getroffen habe. Ich wünschte ihm alles Gute und machte ich auf den Weg nach Hause. Hilfsbereit. Aufmerksam. Gutes tun. Freude schenken. Nächstenliebe – kann man!

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