Buchtipp: Slow Family

slowfamily1REZENSION Als ich vor einigen Monaten erfuhr, dass es neuen Lesestoff von Julia Dibbern und Nicola Schmidt geben wird, musste ich das Buch sofort beim Verlag vorbestellen. Was soll ich sagen? Ich habe es innerhalb von zwei Tage verschlungen. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und nutzte wirklich jede freie Minuten, um zu lesen. Das ging sogar so weit, dass ich laufender Weise auf dem Spaziergang mit Kind und Hund (während unser Mini-Menschen-Mädchen natürlich selig ihren Mittagsschlaf hielt) las. Diese Info müsste euch ja nun eigentlich schon als Rezension reichen und eure persönliche Kaufentscheidung sein. Trotzdem möchte ich euch Slow Family aus dem Beltz-Verlag selbstverständlich gerne etwas ausführlicher vorstellen, euch neugierig machen und es euch wärmstens ans Herz legen.

Worum geht es? Eigentlich wünschen wir uns mit unseren Mini-Menschen-Kindern ja alle ein kleines, schönes, friedliches, harmonisches Bullerbü. Unser Leben mit all‘ slowfamily3dem Mikrostress, dem Stress des Alltags, dem Spagat zwischen Kind und Beruf, Haushalt und Partnerschaft sieht aber bei uns anders aus. Wir müssen noch die Bahn erhaschen, zur KiTa und zur Arbeit hetzen, wir müssen noch schnell einkaufen, kochen, die Wäsche aufhängen, nur kurz die Mails checken, die Freundin zwischen Tür und Angel anrufen. Wir müssen, wir müssen, wir müssen. Mal eben, mal schnell, mal kurz. Wir sehnen uns alle nach Entschleunigung, nach mehr Zeit für die Familie, für die Erfüllung der kindlichen und unserer Bedürfnisse und wir wünschen uns jeden Tag, dass die Ansprüche der Gesellschaft an uns sinken, wir weniger funktionieren und mehr Mensch sein dürfen. Die ersten Kapitel von „Slow Famiy“ beschreiben genau diesen Zustand und warum es um so wichtiger ist, dem Stress immer besser und mehr zu entkommen, im Leben Prioritäten zu setzen und die Zeit mit unseren Kindern „langsamer, achtsamer und echter“ zu leben. Die beiden Autorinnen Julia Dibbern und Nicola Schmidt beschreiben einige für sie wertvolle Mittel, die den Alltag entstressen können und wie Eltern und Kinder ihre Bedürfnisse nach Nähe, Natur und Langsamkeit gemeinsam leben können. In den drei letzten Kapiteln „Slow Village“, „Slow Nature“ und „Slow Familiy Life“ werden also zahlreiche Spiele, Tipps, Vorschläge und Ideen vorgestellt, die ein kleines bißchen den Stress aus dem Alltag nehmen und dazu noch von jedem wirklich einfach anwendbar sind.

So manchmal habe ich beim Lesen gedacht, dass die beiden Autorinnen gut reden haben. Ja, Leute. Geht doch mit euren Kindern einfach mal mehr raus, räumt Müll von den Straßen, macht draußen Feuer und schlaft unter freiem Himmel, verändert die Welt und macht sie ein kleines bißchen besser… Wir wohnen eben nicht (mehr) in einem Dorf und haben kein soziales Netz in der Nachbarschaft mit vielen Freunden, Bekannten und Verwandten, die manchmal auch für unsere Frieda da sein wollen (oder denen wir unser kleines Wesen gerne anvertrauen würden). Lese ich aber weiter, slowfamily2lasse ich mich auf das Gedankenexperiment ein, steckt „Slow Family“ dann aber eben doch nicht voller Dogmen und Patentrezepte, sondern vor allem voller Alltagsgeschichten, Begebenheiten, Situationen und echtem Leben. Einem echten Leben aus dem Anekdoten und Erlebnissen, eigenen Erfahrungen zu möglichen Konflikt- und Reibungspunkten beim Baden und Zähneputzen stammen. Und ganz vielleicht passen auch einige der Vorschläge auch zu euren Mini-Menschen, zu euch und eurem Leben. Probiert es doch einmal aus! Mit den sieben Zutaten Liebe, Natur, Achtsamkeit, Gemeinschaft, Ressourcen, Wissen und Zauber kann man viel bewirken. Erst im Kleinen und dann im Großen – bestimmt!

Nicola Schmidt und Julia Dibbern sind übrigens die Pionierinnen der Artgerecht-Bewegung, haben für sich einige Wege zu mehr Entschleunigung und Nachhaltigkeit im Alltag mit ihren Kindern gefunden. Sie haben schon mehrere tolle Bücher geschrieben (zum Beispiel das Baby-Buch „artgerecht“, das ich ebenfalls hier auf dem Blog vorgestellt habe). Auf diesem Wege möchte ich euch allen dieses wunder- und wertvolle Buch ans Herz legen. Es ist wirklich eine Quelle der Inspiration.

[„Slow Family“ wurde uns vom Beltz-Verlag zur Verfügung gestellt.]

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