von werten und der wut

elternkursERFAHRUNGSBERICHT Inzwischen müsste es ja wirklich nun jeder von euch wissen. Ich besuche den ‚Kinder Besser Verstehen‘- Elternkurs nach Katia Saalfrank bei Natascha Makoschey von der Familienbegleitung Köln. Ich bin jeden Freitag voller Vorfreude auf diesen Abend, denn er ist auch ein bißchen zu “meinem Abend” geworden und ich genieße ihn wirklich in vollen Zügen. Je tiefer wir in die Thematik von “Beziehung statt Erziehung” eintauchen, desto spannender und interessanter wird es. Mit dem Zitat

>> Beziehung zu einem anderen bedeutet immer gleichzeitig Beziehung zu mir selbst! <<

Katia Saalfrank

und unserer ersten Reflexionsaufgabe zu den eigenen Familienwerten, sind wir am zweiten Kursabend dann ziemlich direkt ins “Eingemachte” eingestiegen. So haben wir Erziehungsziele von damals aus unseren Familien- und Lebensgeschichten herausgearbeitet und mit den heutigen elternkurs2_2Zielen verglichen. Wir, die wir dort im Elternkurs sitzen, wünschen uns bei unseren Mini-Menschen-Kindern definitiv keine Anpassung und keinen Gehorsam mehr. Wir wollen eigenständige, selbstbewusste, empathische und verantwortungsbewusste Kinder mit einem gutem Selbstwertgefühl großziehen, die psychisch und physisch gesund aufwachsen. Wir machen uns Gedanken, wir hinterfragen eigene Vorstellungen und Grenzen bei uns selbst, wollen uns bewegen und die Welt verändern – wenn auch nur ein klitzekleines bißchen. Wir versuchen jeden Tag aufs Neue eine WERTvolle, gleichWERTige und konstruktive Beziehung zu unseren Kindern auf- und auszubauen und dabei stoßen wir alle an unsere Grenzen. Immer wieder. Nicht nur unsere kleinen Lieblingsmenschen geraten eben manchmal an einen Punkt, an dem sie überfordert sind und nicht mehr weiterwissen und weiter können, sondern auch wir. Was aber macht mich wütend? Wann war ich das letzte Mal wirklich wütend? Wie genau sehen diese Situation aus, was mache ich dann und wie fühlt sich das in mir an? Das war die Reflexionsaufgabe des zweiten Treffens. Ultra spannend, sage ich euch. Mir war bei dieser Aufgabe sehr schnell klar, dass es bei mir Wutanfälle im klassischen Sinne gar nicht gibt, meine Wut sich zunächst aufstaut und sich dann elternkurs2_3eher unterschwellig oder leider gar nicht entlädt. Und so schnell ist man wieder bei den zuvor reflektierten Werten aus der eigenen Kindheit und was die aus uns und mit uns gemacht haben.

Die Kurssitzung am vergangenen Freitag beinhaltete also vor allem das große und so interessante Thema “Wut”. Zuerst unsere eigene und dann die unserer Kinder. Was passiert da, woher kommt sie und wie kann ich sie vielleicht doch noch besser verstehen und begleiten. Natürlich gibt es hier keine Patentrezepte, aber eben Ideen und Impulse. Es gilt zum Beispiel das “Spiegeln” einfach mal auszuprobieren. Ich habe schon sehr, sehr gute Erfahrungen damit gemacht und versuche es immer sobald unser Mini-Menschen-Mädchen traurig oder wütend wird. “Du willst unbedingt noch weiterspielen. Du möchtest am liebsten den ganzen Tag zu Hause spielen. Das Spielen mit dem Puppenhaus macht dir großen Spaß.” In den allermeisten Fällen (toi toi toi) eskaliert so nämlich nichts bei uns, sondern unsere Frieda nickt, fühlt sich gesehen und verstanden. Meistens füge ich dann noch sowas wie: “Das verstehe ich total, Frieda. Ich bin auch am liebsten zu Hause. Wir können wieder mit dem Puppenhaus spielen, wenn ich dich aus der KiTa abgeholt habe. Darauf freue ich mich.” Ob unser Mini-Menschen-Mädchen all’ meine Worte versteht? Egal! Wir fühlen uns wunderbar damit und unser Alltag klappt bis auf wenige Ausnahmen. Wir treffen Vereinbarungen und halten uns daran. Wir kommunizieren elternkurs2_1unser beider Bedürfnisse und kommen uns entgegen – jeder so viel wie er kann. Natürlich gibt es auch Tage an denen so gar nichts klappen will und alte verinnerlichte Muster versuchen durchzubrechen. Wichtig ist, dass man sie erkennt.

In der nächsten Sitzung soll es um Strafen und Konsequenzen gehen. Darum dreht sich auch unsere Reflexionsaufgabe und natürlich sollen wir wieder bei uns wühlen. Ich muss mich in dieser Woche wirklich einmal ganz in Ruhe hinsetzen und in mich hineinhorchen, denn eigentlich bin ich komplett ohne Strafen und Konsequenzen aufgewachsen. …oder? Ich werde der Sache auf den Grund gehen. Stay tuned!

Und Natascha, wenn du das hier liest: Es muss einfach eine Fortführung, einen Kurs II geben. Ich wäre auf jeden Fall dabei. Und wer sich von euch für die Familienbegleitung Köln interessiert, klickt sich einfach mal auf die Internet- oder Facebookseite.

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