zu hause zu sein wäre auch nett

Diese Winterferien waren echt zauberhaft und so voller wunderschöner Familienmomente, dass ich wünschte, sie würden nie zu Ende gehen. Dabei  haben wir eigentlich gar nicht so viel unternommen und schon gar nichts Besonderes. Klar, waren wir mal im Schwimmbad, im Café, waren in der Stadt shoppen, auf dem Spielplatz oder zu Besuch bei der Oma. Auch zur U7 durften wir ja jetzt antanzen. Im Grunde aber lebten wir in diesen Ferien alle ganz gemütlich in den Tag hinein. Unser sonst so getakteter Rhythmus ist vollkommen abhanden gekommen und ich wusste ganz oft nicht, welcher Wochentag eigentlich war. Wir entschieden heute, wozu wir wirklich Lust hatten und was wir machen wollten. Wir spielten mit dem Puppenhaus, kneteten ganz viel, malten mit Finger- oder Wasserfarbe, verarzteten die Puppen, spietlen kleine Gesellschaftsspiele, jagten uns gegenseitig durch die Wohnung, versteckten uns, schauten Heidi-Dvd, tanzten, sangen, malten aus, lasen, erfanden Geschichten, kochten, spielten Pferd und Reiter, bastelten und schnitten. Wir gingen einkaufen, spazierten, putzten, saugten oder hingen Wäsche auf. Immer alles gemeinsam und voller Freude. Wir standen auf, wenn wir aufwachten und schliefen, wenn wir müde waren. Einen Mittagsschlaf gab es bei unserem Mini-Menschen-Mädchen eigentlich gar nicht, machmal pennte sie am späten Nachmittag noch ein. Wenn wir ganz normal zur Arbeit und in die KiTa gemusst hätten, wären mir bei so einem späten Nachmittagsschläfchen Tränen der Verzweiflung in die Augen gestiegen. Außerdem hätte ich ganz nervös auf die kommende, schlaflose Nacht geblickt und hätte daran denken müssen, dass ich meinen nächtlichen Schlaf doch so dringend gebraucht hätte. In diesen Ferien war mir das aber alles ganz egal. Wir alle waren ausgesprochen happy, entspannt und gelassen. Irgendwie konnte uns nichts wirklich beunruhigen oder aufregen. Es gab’ keinen Termin- oder Zeitdruck. Keine Bahn, die uns vor der Nase wegfuhr, keine Jacke, die angezogen werden musste, keine schlechte Laune – bei niemandem von uns! Allerdings war Guido ja auch mit von der Partie und ich war nicht den ganzen Tag alleine mit unserem Frieda-Schatz.

Ich liebe meinen Job als Lehrerin wirklich sehr und sobald gleich die Schule dann wieder anfängt (montags muss ich ja erst immer später in die Schule), bin ich auch mit Herz und Seele dabei. Wenn du mich aber jetzt gerade fragst, wäre zu Hause sein auch ganz toll. Und einen kurzen Moment lang beneide ich tatsächlich die Mamas, die von ganzem Herzen zu Hause bleiben wollen und ihre Ausgaben so runterschrauben können (und wollen oder bei denen Mann doch noch so viel mehr Geld mit nach Hause bringt, dass es dicke, dicke reicht oder oder oder). Und wieder im nächsten Augenblick freue ich mich aber auch schon so sehr auf meine wunderbaren Schüler, auf diese kleinen-großen Menschen, die ich ein entscheidendes Stück ihres Lebens begleiten darf. Ich freue mich auf die Abwechslung zum Mamaalltag, auf den intellektuellen Austausch mit anderen Menschen und dass es sich mal nicht unbedingt nur ums Kleinkind dreht. Ich weiß dann, dass meine Entscheidung nach der Elternzeit wieder einige Stunden in der Woche zu arbeiten für mich ganz persönlich goldrichtig war. Für mich als Frau, als Berufstätige, die ihren Job schon immer geliebt hat und sich gerne auch beruflich weiterentwickelt, und natürlich zuletzt auch als Mama. Denn nur eine zufriedene, glückliche und ausgelastete Mama hat auch ein zufriedenes, glückliches Mini-Menschen-Kind. I do what i love and i love what I do.

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