welche schule für mein kind?

schule4HOCHSENSIBILITÄT Unsere Frieda ist im Dezember gerade 3 Jahre geworden. Von der Einschulung sind wir natürlich noch meilenweit entfernt. Trotzdem mache ich mir jetzt schon manchmal so meine Gedanken, welche Schulform ich mir für unser Mini-Menschen-Mädchen ganz gut vorstellen könnte. Ja, ich weiß. Bis eine Entscheidung ansteht, fließt noch viel Wasser unseren schönen Rhein herunter, es wird vieles geschehen und unser Mini-Menschen-Mädchen wird sich sicher noch sehr verändern. Was heute für sie stimmig sein könnte, kann sich in 3 Jahren komplett gewandelt haben. Ich weiß natürlich nicht, wie sich unsere Frieda in den nächsten Jahren entwickeln wird, wo dann ihre Stärken und Schwächen liegen werden und für welche Themen und Lernbereiche sie sich dann am meisten interessieren wird. Dennoch möchte ich mir bis dahin ein paar Schulen und Konzepte näher angeschaut haben und dann hoffentlich eine für uns passende Schule finden. Ich bin ehrlich sehr gespannt, wohin diese Reise uns führen wird.

Meine schulzeit war nicht immer schön

Ich selbst bin ja in einem Dorf aufgewachsen und war natürlich auch an der hiesigen Grundschule. Wie in vielen Familien auch heute noch Gang und Gäbe, war es für uns damals einfach nicht anders denkbar. Es gab‘ dort einige konservative, strenge und nicht sehr wertschätzende Lehrerinnen, aber auch den Kindern sehr zugewandte. Ich hatte Glück und landete bei einer freundlichen Klassenlehrerin, die uns (trotz der ganzen Richtlinien und Lehrpläne) mit unseren Stärken und Schwächen angenommen und gefördert hat. Es hätte aber auch ganz anders aussehen können. So, wie in meinen ersten Jahren auf dem Gymnasium. Da wurde viel Leistungsdruck ausgeübt und schnell ausgesiebt. Es wurden Kinder, die nicht mitkamen, vorgeführt, mit Worten niedergemacht. Blieben sitzen, flogen von der Schule. Aus einem Miteinander wurde schnell ein harter Konkurrenzkampf um die Gunst beim Lehrer und die guten Noten. Verdammt nochmal, sowas will ich für unsere Frieda niemals. Hochsensibilität hin oder her. Da kann sich doch niemand frei entwickeln. Aber das weiß man eben auch nicht vorher. Meine Mama hätte mir das auch gerne erspart. Eine kleine, konventionelle Schule muss aber ja nicht per se schlecht sein, aber man kann eben auch Pech haben. Wie kriegt man das denn raus? Bei dem Tag der offenen Tür oder einer Hospitation doch wohl nicht.

„normale“ Grundschule vs. freie schule

schule2So wie wohl alle Eltern wünsche ich mir für unsere Frieda, die so ein wunderbar empfindsamer Mensch ist, eine Schule, in der sie so sein kann wie sie ist. In der sie angenommen und wertgeschätzt wird. Nicht aufgrund ihrer Leistungen, sondern ihrer Persönlichkeit wegen. In der sie ihren Interessen und Neigungen nachgehen kann und auch in anderen Bereichen dazulernt und an ihnen wächst. In unserem Schulsystem gibt es eben „solche“ und „solche“ Schulen. Aber es gibt ja nicht nur die „normalen“ Grundschulen, sondern eben auch Freie Schulen und diese interessieren mich tatsächlich auch sehr. Freie Schule sind Schulen in freier Trägerschaft, in denen Toleranz, Weltoffenheit und die besondere Vielfalt menschlicher Begegnung eine zentralere Rolle spielt. Man ist authentisch und gleichwürdig. Natürlich kommt hier das Lernen auch nicht zu kurz, nur mit dem Unterschied, dass es wohl viel praxisorientierter ist, noch viel mehr handelndes Material angeboten wird und (was mir am wichtigsten erscheint) Kinder sehr individuell und situationsgerecht Lernen und so ihre Potentiale total entfalten können. Das klingt ganz wunderbar. Der einzige mir ersichtliche Nachteil ist die Entfernung zum Wohnort. Nachmittags „mal eben“ mit Freunden treffen oder zufällige Begegnungen mit anderen Schulkindern auf dem Spielplatz sind dann unmöglich. Treffen müssen langfristiger organisiert werden. Ein Schulgeld würde ich gerne in Kauf nehmen, wenn ich wüsste, dass meiner Tochter dann viele Demütigungen und strenge, böse Lehrerinnen erspart bleiben. Ja, noch haben wir genügend Zeit. Tatsächlich haben wohl manche Leute das Gefühl ich würde mich verrückt machen. Das tue ich nicht. Ich will und werde diese Zeit auf jeden Fall nutzen, um mir einige Schulen genauer anzuschauen und mich genau zu informieren. Und dann werden wir mal sehen, wohin uns die Reise auf dem Weg zu einer guten Schule für unser Kind führen wird. Eine sehr emotionale Geschichte mit Happy End und vielen, vielen Infos  zum Wechsel von einer staatlichen zu einer Freien Schule findest du übrigens bei Nancy und ihren Kindern von Metterschling & Maulwurfn in der Rubrik Freilernen. ❤

Hast du bereits ein Schulkind oder machst du dir auch gerade Gedanken über die richtige Schule für dein Kind? Mit welchen Schulformen hast du gute oder weniger gute Erfahrungen gemacht? Welche kommen für euch in Frage? Ich bin so gespannt auf eure Erfahrungen!

3 Comments

  • Liebe Julia,
    Danke für deinen Text. Genau die gleichen Gedanken bewegen mich derzeit. Meine Große wird dieses Jahr 5. Lange ging ich davon aus sie die ersten vier Grundschuljahre hier in die örtliche Grundschule zu geben. Dort hat sie ihre Freunde und kann mit Ihnen laufen. Ab der 5. wo es dann eh um die weiterführenden Schulen geht, dachte ich auch an die Waldorfschule die Ca 7 Fahrminuten von uns entfernt ist.
    Tja, die Einschulungsuntersuchung im Januar hat diese ganzen Pläne dann über Board geworfen. Die Art und Weise wie mein Kind abgecheckt wurde, wie sie keine Zeit für ihre kindliche Neugier und auch ihre Aufgeregtheit bekam, hat mich erschrocken und mir gezeigt, dass das nur ein Vorgeschmack war, wie es ab der 1. Klasse ablaufen würde. Dann die Erzählungen der Mütter deren Kinder bereits zur Schule gehen, mit Hausaufgaben bis Abends, hohem Leistungsdruck usw. Da seh ich mein wunderbares Kind mit all ihren Fähigkeiten, Talenten und ihrer Freude am Lernen untergehen. Und es erinnert mich an meine eigene Schulzeit. Die ich mehr negativ in Erinnerung habe. So haben wir uns die Waldorfschule nun doch schon angeguckt, mein Mann ging zum Vortrag und kam begeistert zurück. “Am liebsten würde er nochmal mit ihr zu dieser Schule gehen“ war sein erstes Statement. Wir haben das Glück hier eine Waldorfschule mit gutem Ruf zu haben. Waldorf ist nicht gleich Waldorf. Natürlich sind da noch viele Fragen offen und auch Unsicherheiten. Der monatliche Kostenbeitrag (angepasst ans Gehalt), das Einbringen der Eltern in’s Schulleben. Aber auch der morgendliche Alltag, jeden Morgen das eine Kind in Kindergarten und die Große mit dem Auto zur Schule. Zu Uhrzeiten die so gar nicht unserem Naturell entsprechen. 😉 Aber mir ist es dass alles Wert, wenn meine Tochter dadurch eine tolle Schulzeit vor sich hat. Mir fällt auf, dass ich in unserem dörflichen Umfeld aber scheinbar die Einzige bin, die die Regelschule so wie wir sie hier haben, ablehnt. Mich wundert das. Deshalb schön zu lesen das andere Mütter ähnliche Gedanken haben und sorry für den ellenlangen Kommentar

  • Liebe Daniela,

    ich danke dir von Herzen, dass du deine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen mit uns teilst. Es ist wirklich wertvoll andere Mamas kennenzulernen, die da sehr ähnlich denken. In meinem Umfeld treffe ich auch eher auf die Eltern, für die es gar kein Gedanke wert ist über eine andere Schul(form) nachzudenken. Verrückt! Umso verstandener fühle ich mich von dir. Ich würde mich freuen, wenn du mir irgendwann mal nach der Einschulung eurer Tochter erzählen möchtest, wie sich das alles für euch anfühlt. Liebste Grüße aus Köln, Julia

  • Da sich unsere Tochter im gleichen Alter befindet weiss ich ganz genau wovon du schreibst.
    Auch ich habe hin und her überlegt, ob eine „normale“ Grundschule mit 5 ersten Klassen(!) etwas für unseren hochsensiblen Schatz ist.
    Zum Glück haben wir nicht weit entfernt eine katholische Schule die ,obwohl wir nicht gläubig sind,“spezialisiert“ ist auf „besondere Kinder“ und nur über wenig Schüler verfügt.
    Liebe grüße

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