der alltagsstress holt uns ein

ALLTAGSGESCHICHTE Kinder wollen unsere kunterbunte Welt entdecken, sie schauen sich wissbegierig alles genau an oder helfen tatkräftig bei allem mit, was im Alltag so anfällt. Das dauert dann auch mal gerne so seine Zeit. Mit Kindern wird auch ein kurzer Weg zum Bäcker zu einem kleinen Abenteuer. Überall gibt es etwas anzuschauen und einzusammeln. Ich liebe es mit unserer Frieda durch die Gegend zu trödeln und auch im Alltag nehmen wir uns morgens auf dem Weg zu Kita und Schule eigentlich genügend Zeit noch die Hummeln bei ihrem Frühstück zu beobachten, Pusteblumen zu pflücken oder hüpfend die Gehwegplatten zu zählen. Die Betonung liegt auf eigentlich, denn dann passiert es doch jeden Tag aufs Neue, dass ich mich am Ende fühle wie ein Kutscher, der sein Pferd antreibt und schleunigst zum Traben bringen muss. Denn der Bus wartet nicht und pünktlich in der Schule sollte ich eben auch sein. Hektik kommt in mir auf und da ist er dann wieder – der Alltagsstress.

bullerbü versus alltagsStress?

Es ist ja etwas sehr Wunderbares, dass unsere Mini-Menschen-Kinder im Hier und Jetzt leben und eben (noch) nicht an den nächsten geplanten Schritt denken. Eben dass sie so frei und ohne Druck durch die Welt gehen können. Und dann kommen wir Erwachsenen mit unseren Terminen, unserem oft sehr durchgetaktetem Alltag voller To Dos und unseren beruflichen Verpflichtungen. Manchmal wünsche ich mir für unsere Frieda noch mehr Bullerbü und noch mehr Qualitytime mit der Familie. An manchen Tagen werfen wir dann auch tatsächlich lieber eine Backofenpizza in die Röhre, weil uns Familienzeit zum Spielen wichtiger ist. Dann aber, wenn unsere Tochter auch gerne mit uns schnippelt und schneidet, schält und köchelt, stehen wir natürlich auch als ganze Familie in der Küche und zaubern uns eine feudale Gemüsequiche. Gesunde und ausgewogene Ernährung ist ja eben auch nicht unwichtig und in dem Fall noch schön kombiniert. Unser Alltag ist ihre Kindheit – ihr kennt das. Dann denke ich aber auch: Immer Bullerbü ist bestimmt auch Mist. Wir wollen ja, dass sich unsere Kinder zu resilienten, das heißt widerstandsfähigen, Erwachsenen entwickeln und Krisen bewältigen können. Dass sie in den Ernst des Leben eben auch schon reinschnuppern können, dabei aber noch behütet und begleitet werden und durch uns geborgen sind. Obgleich ich ja nicht erst seit gestern weiß, dass es für die wahre Resilienz unserer Mini-Menschen eigentlich nur unserer bedingungslosen Liebe und Geborgenheit bedarf und der Gedanke der Gewöhnung an unseren erwachsenen Alltag auch wieder Quatsch ist. Ach, herrje!

Entschleunigung und Entspannung

An der Tatsache, dass wir eben täglich pünktlich auf der Arbeit sein sollten, kann ich nichts machen. Noch früher aufstehen und uns morgens noch mehr Zeit geben, führt zu nichts. Alles schon versucht. Dann trödeln wir eben noch länger und der Trödel-Bedarf ist trotzdem nicht wirklich gestillt. Ist dieses bißchen Alltagsstress denn wirklich so doof für unsere Kids? Ich glaube nicht. Dauerstress ist nicht gut, das ist klar. Dauerstress wissen wir nämlich sehr zu vermeiden. Es liegt ja in der Verantwortung von uns Eltern, das Familienleben so zu gestalten, dass es genügend Raum und Zeit für Entspannung, Entschleunigung und das beliebte Trödeln gibt. Achtsam durchs Leben gehen und in einer guten Balance auf der Tanzfläche des Lebens zu tanzen. Das sind wir unseren Mini-Menschen und uns selbst schuldig.

Wie fühlt sich euer Alltag im Moment an? Bullerbü, Alltagsstress oder eher auch eine (für euch) schöne Balance zwischen To Dos und Familienzeit. Darf es ruhig so weitergehen oder wünscht ihr es euch anders?

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