kinder wissen, was sie brauchen

ALLTAGSGESCHICHTE Wir sind an diesem Tag in einem kleinen historischen Freizeitpark mit vielen netten Spielgeräten und kleinkindgerechten Attraktionen. Frieda hüpft vergnügt auf dem Trampolin, schaukelt lachend in den Himmel und dreht ein paar Runden mit der Straßenbahn des Kinderkarussells. Zum Mittagessen holen wir uns im Imbiss eine Pommes, die unsere Frieda blitzschnell vertilgt. Als es nach der kleinen Pause wieder weitergehen soll, äußert unser Mini-Menschen-Mädchen allerdings, dass sie zum Ausgang wolle, denn sie sei plötzlich schlapp und habe Bauchweh. Gerade noch war alles super und jetzt? Ihr ist nichts anzusehen. Der Schein trügt. Kinder haben nämlich ganz natürliche Antennen für ihren Körper und können selbst sehr gut einschätzen, wie es ihnen geht.

kinder fühlen das Kranksein kommen

Gut 15 Minuten später sitzen wir also bereits im Auto und weitere 3 Minuten später ist unsere Frieda eingeschlafen. Energie tanken, sowie auch den Rest des Tages zu Hause. Plötzlich geht es ziemlich schnell. Der Kopf glüht, ihre Knie schmerzen und im Mund brennt alles, dass noch nicht mal weichgelochte Nudeln sich gut abschlecken lassen. „Davon werde ich noch kranker Mama“, so sagte sie zu mir. Ich bin total beeindruckt, wie genau dieses kleine-großer Wunder fühlen und mittlerweile auch formulieren kann, wo und was ihr weh tut. Und wie deutlich sie auch sagen kann, was sie zur Genesung braucht oder eben was nicht. Nach drei Tagen erhöhter Temperatur und starken Beschwerden in Mund und Hals, waren wir dann heute beim Kinderarzt. Herpangina. Nichts wirklich Schlimmes oder Beunruhigendes, aber eben doch ein Grund es sich mit Mama zu Hause gemütlich zu machen. Zudem wäre der KiTa-Besuch aufgrund der Ansteckung der anderen Kinder natürlich undenkbar und unverantwortlich.

Kinder sind Vorbilder in Achtsamkeit

Für mich hat diese klitzekleine Episode wieder einmal gezeigt, wie achtsam Kinder mit sich selbst sind. Im Hier und Jetzt, ganz natürlich, ohne sich oder die Situation zu bewerten, nur die Aufmerksamkeit darauf gerichtet, was sie jetzt in diesem Moment wahrnehmen. In ihrem Körper, in ihrem Geist. Sie sind offen, ohne Absichten und kennen dabei noch keine Bewertungen. Kranksein ist für sie gar nicht schrecklich. Sie nehmen es an, wie es ist. Wir Erwachsenen fühlen uns im Alltag total ausgelaugt. Wir hetzen manchmal von der Arbeit zur KiTa und von einem Termin zum nächsten. Ja der Alltag hat so seine Tücken und Fallen und wenn wir nicht aufpassen, dann tappen wir schnell hinein. Immer und immer wieder, wie in einem Hamsterrad. Wir jammern und beschweren uns, wollen nicht krank werden, nicht auf der Arbeit fehlen, unsere ganzen Verpflichtungen erfüllen. Dabei könnten wir uns so leicht von unseren Kindern abgucken, wie leicht Achtsamkeit eigentlich funktioniert.

Frieda und ich bleiben noch bis Freitag zu Hause und ich übe mich derweil in der Herausforderung, jeden Augenblick neu wahrzunehmen, ohne mich (zu sehr) durch meine Gedanken und das schlechte Gewissen den Kollegen gegenüber, weil sie nun so kurz vor den Ferien allein die Arbeit schultern müssen, auf Irrwege führen zu lassen. Es ist schwer, aber nicht unmöglich!

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