mamasorgen sind doch voll okay

ALLTAGSGESCHICHTE Hand aufs Herz. Wir Mamas machen uns doch schon immer einige Gedanken und Sorgen um unsere kleinen Lieblingsmenschen. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt das Klettern auf dem Spielplatz, das wilde Toben auf dem Sofa, eine Kamikaze-Fahrt mit dem Fahrrad oder das Balancieren auf einem Baumstamm. Darüber mache ich mir jedenfalls weniger Gedanken. Stürze und kleine Blessuren wird es immer wieder geben. Meine kleinen Sorgen drehen sich immer um etwas Größeres. Etwas, wo – gerade bei sensibleren Kindern – doch oft intensive Begleitung nötig ist. Wie wird die Eingewöhnung in der KiTa wohl klappen, wird sie mit ihren Ängsten gut gesehen und aufgefangen? Wie pushe ich ihr Selbstbewusstsein für Konfliktsituationen mit anderen Kids? Kann unser Mini-Mensch bei Oma und Opa tatsächlich gut einschlafen? Und, und, und…

Jede Mama macht sich so ihre eigenen Mamasorgen. Im Gespräch mit anderen Leuten habt ihr sicherlich auch schon mal gehört: „Ach, mach dir nicht so viele Sorgen. Die Kinder schaffen das schon!“, oder? Ich möchte euch heute erzählen, warum Sorgen gar nicht so schlecht sind wie ihr Ruf, warum Sorgen normal, richtig und wichtig sind und wie sie uns eigentlich immer ein ganzes Stückchen weiterbringen.

MamaSorgen gehören nunmal dazu

Sich zu sorgen hat in unserer Gesellschaft, besonders in der Mamawelt, einen eher schlechten Ruf und irgendwie immer einen faden Beigeschmack. Man solle besser loslassen, dem Kind mehr zutrauen und den Erziehern mehr vertrauen. Man soll nicht zu viel nachdenken, denn am Ende komme es ja eh anders, als man dachte. Gerne ist man dann auch eine Helikoptermama oder eine Glucke, die ihre Kinder überbehütet. Klar, wenn du dir ständig Was-wäre-wenn-Szenarien ausdenkst, dir immer weiter Dinge ausmalst, dich reinsteigerst und Ängste entwickelst, ist es natürlich zu viel des Guten und kann auch krankhaft sein oder werden. Die ganz normalen Mamasorgen gehören aber zum Mamasein dazu und sind überhaupt gar nicht so übel. Mamas, die sich Sorgen machen, denken nämlich mit und voraus. Sie schmieden Pläne, sind meistens gut organisiert und berücksichtigen viele Möglichkeiten. Sie sind reflektiert, bleiben in Bewegung und kommen voran. Ich jedenfalls bin gedanklich oft schon ein oder zwei Schritte weiter. Gerade mit unserer hochsensiblen Frieda ist es für mich zu einer Art Erfolgsrezept geworden, geplante Aktivitäten ziemlich genau durchzusprechen und dabei ein paar mögliche Eventualitäten zu berücksichtigen. Unser Mini-Mensch ist allerdings sowieso sehr „kopflastig“, aber oft werden Szenarien auch im Vorhinein von ihr in einem Rollenspiel durchgespielt. Dann fühlt sie sich besonders gut und sicher damit. Meine frühen Gedanken und Sorgen führen also sogar zu einer doppelt-guten Entwicklung und JA, am Ende geht es eigentlich immer gut aus, weil wir eben gut vorbereitet sind und durchdacht vorgehen. Mehr kleine Mamasorgen führen bei uns jedenfalls zu mehr Planungen und wiederum zu weniger Sorgen. Klint doch irgendwie logisch, oder?

Mamasorgen wollen gesehen werden

Eine Mama, die sich Sorgen macht, teilt sich natürlich gerne mit. Über Sorgen möchte man nunmal sprechen. Mit der Freundin, mit dem Partner, mit der Mutter. Manchmal wünscht man sich einen Austausch, ganz oft möchte man aber auch gar nicht unbedingt eine Lösung für seine Sorgen, sondern einfach nur erzählen. Trotzdem ist es kein einfaches Jammern. Mamas wollen mit ihren Sorgen nämlich auch einfach nur gesehen werden. Ich zumindestens! Bei Kindern versuchen viele Eltern sehr bedürfnisorientiert zu begleiten und zu spiegeln. Wenn ich meine Mamasorgen mit jemandem teile, hätte ich auch gerne diese Begegnung auf Augenhöhe. Am liebsten würde ich dann gerne mit meinem Gefühl einfach nur wahrgenommen werden und ein „Ja, ich sehe, du machst dir ehrlich Sorgen.“ hören und wenn Bedarf besteht, können dann ach auch Erfahrungen ausgetauscht und schöne gemeinsame Ideen entwickelt werden. Ein „Ach, hör doch auf, dir Sorgen zu machen. Das klappt schon irgendwie.“ finde ich extrem unsensibel und zeugt auch gar nicht von ernsthaftem Interesse an seinem Gesprächspartner.

Welche Mamasorge begleitet dich im Moment so und wie gehst du mit deiner Sorge um? Bist du auch ein Planer-Typ? Und wie reagieren deine Gesprächspartner so?

5 Comments

  • Bei mir dreht sich gerade alles um die Einschulung… da hab ich echt ein bisschen Schiss bzw. frage mich, wie er das alles packt. Mit Sicherheit ganz toll und ich mache mir umsonst nen Kopf, aber ich kann nicht anders ^^

  • Bei uns dreht sich gerade alles um das Thema Gesundheit. Seit dem Fieberkrampf vor ein paar Tagen mache ich mir ungewöhnlich viele Sorgen um die Gesundheit meines Kindes. Aber ich weiß, dass das wieder weniger wird. Dein Artikel hat mir geholfen zu sehen, dass ich mich einfach nur mental darauf vorbereite, dass es wieder passieren kann und meine Sorgen begründet UND hilfreich sind. Danke!

  • Mamasorgen gehören einfach dazu und sind ein einem gewissen Maße auch absolut ok. Man muss nur drauf achten, dass man mit seiner angst die entwicklung der kinder nicht einschränkt.

  • Also bei Stürzen, Hinfallen, etc. bin ich auch total entspannt. Da schäme ich mich fast schon, wenn ich nicht reagiere und alle anderen Mamis um mich herum sich um meinen hingefallenen Sohn scharren. Da denke ich mir dann: Sollte ich mir mehr Sorgen machen?
    Ich mach mir auch eher so meine Gedanken, wie die Schule nächstes Jahr wohl werden wird. Junior ist ein echt aufgeweckter kleiner Kerl, immer in Aktion. Da denke ich mir dann schon: Kann er sich dann in der Schule anpassen, sitzenbleiben, mitmachen und trotzdem er selbst bleiben? Das ist momentan meine größte Sorge.
    LG Anke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.