du bist, was du einpackst

ALLTAGSGESCHICHTE Seid ihr auch schon mittendrin im Adventskalender-Wahnsinn? Mein Feed auf den Socialmediakanälen ist auf jeden Fall schon länger voller Inspirationen und Ideen für den vorweihnachtlichen Countdown. Und wie immer ist für jeden Geschmack etwas dabei. Überall wird gebastelt, was das Zeug hält und Tipps für die Befüllung der Kalender erhält man gleich obendrein. Genau passend für die unterschiedlichen Altersstufen unserer kleinen Lieblingsmenschen versteht sich. Ich gehöre übrigens auch zu den Mamas, die sich jedes Jahr aufs Neue ziemlich intensiv mit dem Adventskalender fürs Kind beschäftigen. 24 Geschenkchen werden ausgewählt, liebevoll verpackt, mit Nümmerchen versehen und weihnachtlich arrangiert. Tatsächlich bin ich mit Friedas Kalender nun fast fertig. 2 Türchen fehlen mir noch, aber es ist ja noch etwas Zeit.

du bist, was du in den Kalender packst

Ich habe länger überlegt, ob ich euch Friedas Adventskalender zeige oder von seinem Inhalt erzähle. Ja, es könnte vielleicht ein Mehrwert und eine Quelle der Inspiration für den ein oder anderen von euch sein. Ich teile gerne meine Ideen mit euch, aber ich beobachte an vielen Stellen, dass ein Adventskalender, ein popeliger Adventskalender, so wahnsinnig viel Zündstoff in der Mamawelt bietet. Du kannst es eh keinem Leser wirklich recht machen. Bastelt man selbst, weil man Basteln eben mag, und sieht das Ergebnis dann „nice“ aus, ist der Kalender schnell nicht mehr „real life“ genug, sondern nur für Instagram & Co so fotografiert. Ist er zudem dann noch mit mehr gefüllt als mit Badezusätzen, Schokokügelchen oder gar Bio-Quetschies, dann bist du direkt ein Opfer des Massenkonsums oder du verwöhnst, du übertreibst, du steckst deinen Kids alles in den Hintern, hast eh zu viel Kohle und lässt das dann auch noch raushängen. Mit Advent oder der Vorfreude auf Weihnachten habe so ein Adventskalender dann ja auch nichts mehr zu tun. So zumindestens die Stimmen im Off. Und dann gibt es da ja auch noch die andere Seite. Die Menschen, die behaupten, dass einem seine Kinder nicht viel wert seien, weil ein gekaufter Schokokalender eben ja auch nicht so viel wert und zudem noch ganz schön lieblos sei. Na Bravo! Wie man es macht ist es also verkehrt und in kaum einem anderen Bereich werden Mütter (es sind ja nunmal vornehmlich die Mamas, die sich um die Befüllung und das Arrangement kümmern) so in Schubladen gepackt, belächelt, bewertet, kritisiert und angefeindet wie in der Sache mit dem Adventskalender.

Unser Adventskalender – „Geständnis“

Ja, unsere Frieda bekommt einen ziemlich prallgefüllten Adventskalender mit Geschenken. An jedem einzelnen Tag wird unsere Frieda ein schönes Accessoires, eine Spielfigur oder ein Buch ihrer geliebten „Bibi & Tina“-Reihe auspacken. Nein, es sind nicht nur Kleinigkeiten. Ganz im Gegenteil. Es sind richtige Geschenke. Geschenke, mit denen sie etwas anfangen kann. Geschenke, die sie liebt und die hier dann tagtäglich genutzt werden und Dinge, die wir eh gekauft hätten. Nicht in so kurzem Abstand vielleicht, aber Frieda hätte sie auch so bekommen – ohne besonderen Anlass. Es sind Spielzeuge, Bücher und Accessoires, die wirklich benutzt werden und kein Kleinkram, der dann in der Ecke liegt. In meinen Augen ist sowas zu Beispiel viel nachhaltiger und sinnvoller, als irgendwelche günstigen Kleinigkeiten zu kaufen, die kein Kind am Ende wirklich braucht. Darüber, dass unser kleiner Lieblingsmensch trotz der Geschenke und des Konsums sehr sensibel, bescheiden und genügsam ist, sehr wertschätzend mit ihren eigenen und den Sachen anderer Menschen umgeht und vor allem auch die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen weiß, werde ich bestimmt irgendwann auch mal einen Beitrag schreiben. Und dass für unsere Familie am Ende die Liebe und Geborgenheit über allem steht. Es geht nicht ums Haben sondern ums Lieben.

Ja, für manch einen von euch mag der Inhalt Friedas Adventskalender sicherlich zu viel sein. Ja und? Leben und leben lassen. Jeder macht es so, wie er mag. Und obgleich ich mich nun doch direkt rechtfertige: Zu Weihnachten gibt’s von Mama und Papa übrigens dafür nichts. Verwandte schenken da schon genug. Das ist uns dann nämlich sonst zu viel 😉 Aber es gibt ja Wichtigeres in der Welt als die Befüllung des Countdowns im Advent und wir alle machen es eben anders, denken anders und sind anders. Was ein Glück!

6 Comments

  • Ein schönes Geständnis! Hier macht es die Tante genau so wie du und schenkt dafür an Weihnachten nichts… ich liebe sie dafür, wie sie sich Gedanken um ihre Nichten macht und welche Geschenke si, sogar in Absprache mit uns, dafür aussucht. Und ich liebe sie dafür, dass ich es somit nicht zu machen brauche und mich täglich mit überraschen und mit freuen kann .

  • Liebe Julia, hmmm, ich grüble gerade. Ich war ja bisher der Typ „Ich bastle sicher keinen Adventskalender“, aber nicht, weil ich meinen Kindern keine Freude machen will, sondern weil ich nicht so der Basteltyp bin und schon an den Kalendern, die sie von Patentanten bekommen haben, gemerkt habe, dass eine gewisse Erwartungshaltung entsteht, dass sie jeden Tag was weiss ich was bekommen. So hatte ich das Gefühl, sie würden dann die Geschenke zu Weihnachten schon als total selbstverständlich sehen und zu wenig schätzen. Deshalb habe ich mich dieses Jahr für zwei Vorleseadventskalender entschieden. Mal sehen, wie sich das bewährt. Lieben Dank für deine Überlegungen zum Thema! Eliane

  • Ja beim Adventskalender spalten sich die Meinungen wirklich. Und ich finde da sollte wirklich jeder auf sein Bauchgefühl hören und das tun was er möchte, was er kann und was er für gut befindet. Meine Kids haben auch in ihren Kalender viele tolle Sachen drin, allerdings haben mich die Kalender nicht mehr als 10-15 Euro gekostet, ich Sammel das ganze Jahr über, da sind Schnäppchen dabei oder auch mal Dinge, die ich bei Gewinnspielen gewonnen habe und eben sinnvolles. So bekommen meine Kinder zum kleinen Preis einen richtig tollen Adventskalender. Denn ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin zu geizig 25€ für einen Kalender auszugeben, wo dann nur kleine stifte, spitzer und so Sachen drin sind, die nach paar Tage im Niergendwo verschwinden. Und außerdem Liebe ich es den Kinder selber Kalender zu machen ich freue mich schon total auf den 1. Dezember 🙂

  • Die Kinder durften sich einen aussuchen und haben einen mit Spielzeug gewählt. Ich finde selbst gebastelte total schön. Doch in diesem Jahr fehlte mir total die Zeit dafür und ich bin mir sicher, dass meine Jungs auch mit den gekauften, selbst ausgewählten total happy sind.

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