zucker- vs. medienkonsum

ALLTAGSGESCHICHTE Vor ein paar Tagen waren Frieda und ich mal wieder bei ihrem liebsten Freund zum Spielen eingeladen. Es ist immer wieder ganz wundervoll zu sehen, wie schön die beiden miteinander spielen und in welch zauberhafte Rollenspiele sie gemeinsam abtauchen können. Während unsere Mini-Menschen also so spielten, hatten wir zwei Mamas (mehr oder weniger) Zeit zu quatschen. Wie das so ist, kamen wir von „von Höckschen auf Stöckchen“ und landeten irgendwann auch mal beim Zucker- und Medienkonsum der kleinen Lieblinge. Während das Thema Süßigkeiten bei uns eher lockerer angegangen wird, haben wir die Sache mit den Kindersendungen auf diversen Endgräten vor kurzem doch reduziert. Jetzt bin ich mal ein bißchen auf die Suche gegangen und hab‘ Berichte über Studien zu beidem gefunden.

„das kind hatte wohl zu viel Zucker“

Man hört das immer wieder: Zu viel Süßes sei nicht nur schädlich für die Zähne und die Figur und erhöhe das Risiko später an Diabetes zu erkranken, sondern mache unsere Mini-Menschen-Kinder vor allem zu unruhigen und unkonzentrierten Zappelphilippen. Dabei ist wissenschaftlich eigentlich schon länger klar und nachgewiesen, dass die Zuckerzufuhr in keinem Zusammenhang mit dem lebhaft-überreiztem Gemüt von Kindern steht. Was ist denn dann dran an der Tatsache, dass der kleine Lieblingsmensch vom Kindergeburtstag kommt und sich extrem aufgedreht zeigt? Oder daran, dass in der KiTa etwas gefeiert oder der Nikolausstiefel bereits geleert wurde und das geliebte Kind zu Hause dann über Tische und Bänke gehe? Die Wissenschaft sagt: NICHTS. Beweise dazu sammelte z.B. eine Studie, die sogar zu dem Ergebnis kam, dass lediglich die Eltern ihre Kinder als unruhig und unkonzentriert einschätzten, weil sie selbst eben diesem Zucker-Mythos aufgesessen seien. Also, der Industriezucker macht unsere Mini-Menschen jedenfalls nicht „gaga“. In Massen ist er natürlich trotzdem nicht gut – keine Frage. Während ich in ganz vielen Bereichen die Selbstbestimmung unserer Frieda ziemlich hoch hänge, bei den Naschereien schaffe ich es dann doch nicht so richtig. Wenn es nach ihr ginge, würde sie an so manchem Morgen schon als Frühstück etwas Süßes essen. Das korreliert dann aber so gar nicht positiv mit unserer elterlichen Idee von einer ausgewogenen Ernährung.

Medien als Konzentrationskiller?

Industriezucker in Süßigkeiten oder Getränken sind nun also kein Konzentrationskiller. Sind es dann die bösen Medien? Wir haben Friedas Medienkonsum vor kurzem übrigens etwas runtergeschraubt. Nicht, weil sie uns zu aufgedreht, unkonzentriert oder unruhig erschien oder weil wir per se Medien bei (Klein-)Kindern verteufeln. Nein, wir haben reduziert, weil sich unsere elterliche Vorstellung von einer Abendgestaltung einfach verändert hat. Sandmann & Co laufen hier nun nicht mehr kurz vorm Zähneputzen. Nun schaut Frieda, vorausgesetzt natürlich sie möchte etwas sehen, eine Kindersendung ihrer Wahl am Nachmittag. Diese dauert dann niemals länger als 25 Minuten. Mehr ist für uns keine Option. Wichtig ist Guido und mir dann aber auch, dass wir Frieda beim Schauen der Sendung begleiten, ihre Emotionen mitbekommen und mit ihr über das Gesehene sprechen, obgleich sie selbstredend keine gruseligen oder beängstigende Inhalte konsumiert. Selbst die Biene Maja ist hier (noch) ein NoGo, weil  ihr die Spinne Thekla viel zu grausig ist. Wir finden, dass unser kleiner Mensch ganz behutsam an die neuen Medien herangeführt werden und nur wenig gucken sollte. Wir selbst gucken aber auch wenig bis gar kein Fernsehen und stehen dem „berieseln lassen“ vielleicht deshalb eher kritisch gegenüber. Beim Medienkonsum haben Studien aber tatsächlich auch herausgefunden, dass ein tägliches Spielen oder das Schauen von Sendungen auf medialen Endgeräten über 30 Minuten zu motorischer Unruhe, und zu Konzentrationsstörungen führen können. Können, nicht müssen!

Und jetzt? Zucker rauf, medien runter?

Ich glaube auch bei diesem Thema gibt es wieder mal kein „absolut richtig“ und „komplett falsch“. Auch, wenn Studien sicherlich nicht lügen, jede Familie ist anders und wir alle haben unterschiedliche Bedürfnisse und Lebensvorstellungen. Was für die eine Familie und die jeweiligen Kinder voll in Ordnung geht, passt für eine andere so überhaupt gar nicht. Wir alle gehen den Weg, der am besten zu uns passt – verantwortungsbewusste Eltern mal vorausgesetzt. Was aber nicht heißt, dass wir nicht nach links und rechts zu anderen Familien gucken und unsere eigenen Ideen überdenken können.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Zucker- und Medienkonsum eurer kleinen Lieblingsmenschen gemacht? Habt ihr das Gefühl, dass eines von beiden (oder beides) die Kinder unruhiger macht?

6 Comments

  • Ich glaube ja immer: die Dosis macht das Gift und das jedes Kind anders ist. Bei uns gibt es z.B. keine Süßigkeiten mehr nach 16:30 Uhr – in der Regel. Weil das Schulkind dann einfach total schlecht in den Schlaf kommt. Andere Kinder können das super ab, warum sollen sie dann keinen Nachtisch oder so haben sollen. Dafür darf sie oft noch eine Folge ihrer Serie zum Runterkommen schauen. Die Zeit nutzen wir dann für körperliche Nähe und zum Kuscheln oder ich packe in der Zeit das Abendessen auf den Tisch… wie es gerade eben passt. Für uns.

  • Also meine Kinder dürfen täglich was Süßes und auch jeden Abend fernsehen. Ich finde nicht, dass sie aktiver, hibbeliger oder unkonzentrierter sind. Und überhaupt – wie wer? Mit wem sollte man vergleichen? Vielleicht reagiert auch jedes Kind anders? Ich denke, wenn das Kind täglich mehrere Stunden vor der Spielkonsole hängt und kein Tageslicht sieht und es sich dann noch von Gummibärchen und Co ernährt, ist das too much. Die Dosis macht es. Wie immer!

  • Ich muss sagen, dass ich auch nicht den Eindruck habe, dass die Kinder bei Zucker aufdrehen, und auch der Medienkonsum ist nicht unmittelbar spürbar. Aber ich seh es ähnlich wie Ihr: Zu viel ist einfach nicht das, was ich mir für die Tages- oder Abendgestaltung wünsche. Jedenfalls nicht täglich – aber es darf auch mal ein längerer Film oder einige Folgen einer Serie geschaut werden.

  • Bei uns gibt es sowohl Süßigkeiten wie auch Fernsehen, natürlich auch nicht übertrieben viel. Da ich das glück habe, dass eine Kinder am liebsten draußen sind egal welches wetter ist, wird so richtig fernseh meist erst abends geschaut. dann gucken wir im moment meist 1-2 Folgen von der Paw Patrol. Die großen dürfen aber auch tags über wenn ihnen danach ist mal etwas schauen.

  • Bei Zucker habe ich tatsächlich bisher nie bemerkt, dass meine Kids hippelig werden. Und ich kannte diesen Mythos auch gar nicht. Dennoch dürfen meine Jungs nicht ständig etwas Süßes essen. Normalerweise 1x täglich. Jetzt im Advent werden wir das wahrscheinlich etwas erweitern…

  • Bei Zucker glaube ich schon einen Effekt zu spüren. Wir verbieten es nicht, kaufen aber kaum Süssigkeiten. Sie kommen ja auch so auf ihre Dosis Und Bildschirmzeit dürfen sie täglich geniessen, aber nicht uneingeschränkt…

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