entspannt einkaufen mit kind

ALLTAGSGESCHICHTE Bestimmt wart ihr auch schon einmal mit eurem Mini-Menschen-Kind einkaufen und es endete in einem Desaster. Völlige Eskalation. Egal, ob Süßigkeiten- oder Spielwarenabteilung, die Zeitschriftenecke oder der ausverkaufte Lieblingsjogurt. Bei uns war es mal das Fehlen des Kindereinkaufswagens mit dem Löwenkopf auf der Fahne – ihr wisst schon. Die sechs weiteren Kindereinkaufswagen mit anderen Tieren auf der Fahne durften es nicht sein, sondern nur dieser eine. Der eine, der natürlich bereits mit einem anderen Kind im Laden unterwegs war. Der Einkauf hatte also noch gar nicht begonnen und lief nach gefühlten 3 Sekunden bereits aus dem Ruder. Puh! Da ruhig zu bleiben ist wahrlich nicht immer einfach. Die Blicke der anderen Menschen im Laden geben der explosiven Mischung ja auch noch irgendwie Zunder. Und wenn dann auch noch jemand von den starrenden Leute einen ausgesprochen freundlichen Kommentar abgibt… Ach, lassen wir das. Seit längerer Zeit haben wir da für uns aber eine gute Möglichkeit gefunden die Supermarkt-Eskalation zu lösen.

Nach der Arbeit in den Supermarkt

Du bist im Supermarkt und musst noch ganz schnell 2 Liter Milch und die italienischen Kräuter für die leckere Lieblingsnudelsoße kaufen, die es heute Abend geben soll. Als du vor dem Kräuterregal stehst, schweift dein Blick von links nach rechts. Die Stelle im Regal, an der zwei deiner benötigten Kräuter sonst immer stehen ist leer. Ernüchterung. Du hattest dich schon den ganzen Tag auf die Nudeln gefreut. Sowieso fing dein Tag schon ziemlich bescheiden an. Nach einer viel zu kurzen Nacht wachtest du mit leichten Kopfschmerzen auf, die im Laufe des Tages eher mehr als weniger wurden. Dann berichtete dir die Kollegin von ihrem Wochenende, obwohl du sie gar nicht darum gebeten hattest und der Chef vermieste dir den Tag, in dem er dich für ein wichtiges, spontanes Meeting um 15 Uhr eingeplant hat. Dabei hättest du heute eigentlich sogar früher Feierabend machen wollen – so der Plan. Du wolltest dein Kind heute etwas früher als sonst aus der KiTa abholen und mit ihm gemeinsam einen schönen Nachmittag verbringen. Dann bist du aber erst nach diesem blöden Meeting losgehetzt. Ab zum Kindergarten. Kurz vor knapp. Und jetzt stehst du da, völlig unter Strom, vollkommen k.o. und abgekämpft und diese Kräuter sind nicht da. Du möchtest laut schreien. In deinem Kopf gehst du schnell andere Abendessen-Variationen durch und überlegst, welche Zutaten ihr noch im Kühlschrank haben müsstet. Diese Geschichte könnte noch endlos ausgeweitet werden. Die Möglichkeiten schrecklicher Ereignisse an so einem Tag sind schier unendlich. Fakt ist: Du willst eigentlich nur noch eins: Ausrasten oder auf eine einsame Insel. Du schlägst dich aber so durch den Tag, denn du bist Erwachsen. Deine Impulskontrolle funktioniert tadellos, du kannst dich selbst gut beruhigen und hast sowieso schon einige kleine und mittelschwere Krisen gemeistert.

Einkaufen? Ja, aber nur entspannt!

Ganz ehrlich? Wir gehen an (oder besser nach) solchen Tagen mit Frieda definitiv nicht mehr einkaufen. Da ist ein großer Konflikt vorprogrammiert und das ist mir ein Einkauf nicht wert. An Tagen wie diesen fährt dann einer von uns Erwachsenen ohne Kind schnell noch zum Discounter oder wir essen eben abends einfach ein Brot. Irgendwas ist ja wohl immer da! Du findest, dass diese Lösung keine „echte“ Lösung ist? Doch. Es ist eine. Und zwar ist es für alle Beteiligten sogar die Beste! Ich bin wahrlich keine Mama, die ihrem Kind keinen Frust zumutet, die immer nur „Ja“ sagt oder ablenkt, damit wir Meinungsverschiedenheiten locker umschiffen. Ich bin für Wachstum und Entwicklung und für das Rauskommen aus der Komfortzone. Was ich aber mache ist, auf unser beider Konstitution zu achten bevor wir in unbekanntes oder unsicheres Terrain aufbrechen. Muss ich meinem Kind jetzt nach einem anstrengend KiTa-Tag, nach etlichen Auseinandersetzungen und nach enorm vielen Anpassungs- und Kooperationsleistungen den Stress des Einkaufserlebnisses geben? Vielleicht mochte es das Mittagessen nicht, ist total hungrig und man hat ausgerechnet heute auch keinen Snack im Auto. Du willst oder musst (angeblich) trotzdem noch zum Einkauf? Wenn das so ist, dann muss ich mich aber auch selbst noch fragen: „Kann ich den Frust meines Kindes heute begleiten, es trotz aller Blicke und Kommentare beruhigen ohne selbst meinen ganzen Frust rauszulassen? Sei achtsam mit dir und deinem Kind! Wenn ich diese Fragen mit einem eindeutigen JA beantworten kann, dann los. Ansonsten fahren wir am Wochenende immer alle gemeinsam Einkaufen, denn das machen wir alle drei total gerne. Samstags sind wir oft 2 Stunden (und länger) im Real. Mit guter Laune – ALLE!

Und weil wir alle nur Menschen sind und manchmal auch nicht gut genug auf uns achten, hatten wir natürlich auch schon so manches Mal ein Drama mit dem Kindereinkaufswagen, klar. Es kommt bei uns aber wirklich ausgesprochen selten vor!

2 Comments

  • Ich bin ehrlich, ich hatte gehofft du hast eine andere Lösung für mich. Diese haben wir für uns tatsächlich auch schon entdeckt und ich hätte jetzt gerne noch einen Zaubertrick, wie man im Notfall doch einen vollen Kühlschrank ohne Totalzusammenbruch im Supermarkt bekommen kann. Aber vermutlich ist es nach Kita, Schule und Arbeit einfach zu viel von allen Beteiligten verlangt. Die netten Kommentare der anderen Einkäufer geben halt im Notfall noch den Rest, oh je. Dann werde ich weiterhin unter der Woche alleine einkaufen gehen. Die Kinder freuen sich eh, wenn sie nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommen und Zeit für wirklich schöne Dinge mit mir haben…. Danke für deinen ehrlichen Artikel

  • Liebe Julia, mit Daria einzukaufen ist ganz entspannt es macht uns viel Spaß! Wir gehen sehr gerne shoppem! Hoffentlich bleibt das soHerzliche Grüße von uns

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