time flies – zeit ist kostbar

ALLTAGSGESCHICHTE ​Hier auf dem Blog ist es in letzter Zeit deutlich ruhiger geworden. Es ist nicht so, dass unser Familienleben derzeit todlangweilig wäre und ich nichts zu berichten hätte – ganz im Gegenteil. Friedas extrem anhängliche und weinerliche Phase, von der ich euch neulich im Beitrag „stark und zerbrechlich“ ausführlich erzählte, scheinen wir nun zwar wirklich überstanden zu haben, dennoch fordert mich das Leben mit seiner Vereinbarkeit von Familie und Beruf insgesamt gerade sehr. Die Belastung in der Schule ist für mich aus verschiedenen Gründen größer geworden und dann kommt ja noch der Familienalltag dazu. Da entscheide ich mich abends ganz oft lieber für erholsamen Schlaf oder ein gutes Buch und setze mich nur noch äußerst selten an den Computer, um zu schreiben. Eigentlich liebe ich das Schreiben am Blog und mein Kopf ist auch voller Beitragsthemen, mein Körper ist abends aber oft zu müde. Und die Nachmittage gehören einzig und allein unserer Tochter. Die Zeit scheint aber trotzdem mehr denn je zu rasen und schon länger verspüre ich einen immer größeren Wunsch die kostenbare Zeit mit unserer kleinen-großen Frieda noch intensiver zu leben und nutzen zu wollen. Nicht, dass wir das nicht eh schon immer taten, aber irgendwie in letzter Zeit irgendwie noch bewusster und noch achtsamer. Jeder Tag ist nämlich der wichtigste.

euer alltag ist ihre kindheit

Man mag ihn oder man hasst ihn, diesen Spruch mit dem Alltag und der Kindheit. Ich fühle mich von diesem Spruch allerdings weder gegängelt noch provoziert. Ich mag ihn sogar und erinnere mich in so manchem stressigen Moment sehr gerne an die für mich wichtige Botschaft. Es stimmt nämlich: Der gemeinsame Alltag mit meinem Mini-Menschen-Mädchen, der vor und nach meiner Arbeit für uns übrig bleibt, der ist eben ihre Kindheit. Und klar besteht unser Familienalltag jetzt nicht nur aus Kinderbespaßung, sondern auch hier wird (ab und zu 😉 ) geputzt, Wäsche gewaschen oder gekocht. Wir gehen Einkaufen, haben Arzttermine und manchmal gibt es für mich in der Schule auch außerordentliche Nachmittagstermine. Soweit es geht versuchen wir seit Jahren aber schon unsere Frieda in diesen Alltag miteinzubeziehen. Mit den neuen Funkgeräten wird das Anstellen der Dreckwäsche im Keller dann manchmal zu einer geheimen Mission und ganz oft schaffe ich es auch schon, nicht darüber nachzudenken, dass es eigentlich nun viel schneller gehen könnte und ja noch so viel zu tun ist.  Ich bemühe mich ernsthaft den Moment so anzunehmen wie er gerade kommt. Alles kann, nichts muss. Natürlich gelingt es uns nicht immer so perfekt unsere Frieda in das notwendige Tun im Alltag einzubinden und erst recht gelingt es mir (noch) nicht immer, mir nicht selbst den Stress zu machen mit allem fertig werden zu wollen. Und das obwohl wir keinen Druck haben und uns selbst auch keinen machen.

der wichtigste moment ist jetzt

In der Arbeitswoche sind Termine bei uns aufgrund Friedas empfindsamen und schnell überreizten Wesens sowieso auf das Nötigste reduziert und wir versuchen uns weiterhin am Prinzip der Entschleunigung. Wir sind viel zu Hause, werkeln im Garten, pflanzen, spielen, schaukeln, kuscheln, lesen vor. Einmal in der Woche fahren wir zu „unserem“ Pony Balthi und am Wochenende gehts dann zum Reiten. Manchmal treffen wir uns auch mit einem Freund oder einer Freundin. Die Familie, insbesondere unsere Frieda, hat also die absolute Priorität für mich. Und trotz (oder gerade wegen??) der anstrengenden Arbeit und dem ganzen Alltagskram versuchen wir jeden gemeinsamen Nachmittag dann ein bißchen so zu leben als wäre dieser Tag der wichtigste. Und wir versuchen jeden Moment so anzunehmen und zu genießen, als wäre auch ebendieser der beste Moment des Tages. Das ist nicht immer leicht, aber wenn man es nicht versucht, kann sich auch im Familienalltag nichts verändern. Sich auf Augenhöhe zu begegnen und zusammen bedürfnisorientiert zu leben bedeutet für mich auch, dass mein Kind nicht einfach nur so „nebenbei“ läuft. Klar, auch unsere Frieda muss mal abwarten üben und kann sich zunehmend mal einige Zeit alleine beschäftigen. Kinder sind für mich aber eben keine kleinen Erwachsenen, die das „groß sein“ lernen, in dem sie sich an uns anpassen müssen und ihre Bedürfnisse ungestillt bleiben. Ich glaube, dass ihre vielen Bedürfnisse irgendwann von ganz alleine verschwinden, wenn wir sie nur genügend stillen, unsere Kinder begleiten, ihnen Raum und Zeit geben. Zeit mit uns! Wie denkt ihr darüber?

Bei uns läuft es seit einiger Zeit also noch etwas entschleunigter ab und hier auf dem Blog ist deutlich ruhiger geworden. Ein bißchen mehr Alltag bekommt ihr auf unserem Instagramkanal zu sehen. Falls ihr zwischen meinen selteneren Beiträgen mal sehen wollt, wie es uns so geht und was wir so machen. 🥰

1 Comment

  • Wir leben als Familie einen gemeinsamen Alltag und ein Bisschen einen unterschiedlichen. Jeder macht seinen „JOB“ (wir als Job und das Kind seine Schule). Jeder macht tolle Sachen – allein und zusammen und jeder macht auch mal was, was nicht so toll ist. Alltag ist eben das gemeinsame Leben. Da hat jeder Bedürfnisse und jeder gibt was er kann. Das ist oft toll und manchmal auch anstrengend und manchmal nervig und dann wieder toll. Ich glaube wenn wir unsere Kinder nur in Watte packen, dann ist das genau so schwierig, als wenn wir Kindern Dingen aussetzen, die nicht für sie gut sind… der Mittelweg ist der Schlüssel und den darf und muss jede Familie individuell finden.

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