immer dieser freizeitstress

ALLTAGSGESCHICHTE Man hört und liest es ja immer wieder, dass wirklich viele Kinder nachmittags nach einem langen KiTa- oder Schultag (oft inklusive Nachmittagsbetreuung) noch einige Termine haben. Turnen, Musikunterricht, Ballett, Schwimmen, Reiten oder Fußball. 3 Termine die Woche sind keine Seltenheit. Klar, den Kindern machen Hobbys in erster Linie Spaß und sie wollen das auch gerne so. Sagen sie und denken wir. Die Kids können sich in unterschiedlichen Freizeitbeschäftigungen ausprobieren und dabei (hoffentlich) auch schlummernde Interessen und vielleicht sogar Talente entdecken. Und unsere Augen leuchten, weil wir den Kindern damit etwas Gutes zu tun gedenken. Förderung und Forderung und so. Abends fallen sie dann müde ins Bett und die Eltern sind froh, dass ihre Kinder sich mal wieder ordentlich „ausgetobt“ haben. „Dann schlafen sie gut“, so sagt man doch, oder? Ich habe sowas jedenfalls schon oft gehört und verdrehe dabei (innerlich) meine Augen…

viel Ruhe, viel gemeinsame Zeit zu Hause

Na klar hat auch unsere Frieda so ihre Freizeitbeschäftigungen. Wir sind allerdings keine Familie, bei der das Kind vier verschiedene Hobbys und somit auch an vier Nachmittagen vier feste Termine in der Woche hat.  Und wir sind auch nicht froh, wenn sie so viel Remmidemmi hat, dass sie todmüde ins Bett fällt und das Zähneputzen womöglich vorher zum Drama wird, weil sie so aufgedreht ist. Ganz im Gegenteil. Obgleich wir unser Mini-Menschen-Mädchen im Vergleich zu vielen anderen Kindern, immer schon verhältnismäßig früh aus der KiTa abholen, machen wir die Sache mit dem Reiten bewusst nicht noch zusätzlich nachmittags unter der Woche, sondern ausschließlich am Wochenende. Erfahrungsgemäß reichte unserem hochsensiblen Mädchen lange Zeit eine einzige Aktivität (in Friedas Fall die KiTa) vollkommen, dass sie das dringende Bedürfnis verspürte, den restlichen Tag nur noch in Ruhe zu Hause zu verbringen. Hörspiele hören, lesen, malen oder basteln und vor allem spielen. Das ändert sich zwar gerade mit zunehmendem Alter etwas und es wird leichter für sie noch nach der KiTa etwas zu machen ohne dass das  Stressbarometer ausschlägt, trotzdem achten wir auf enorm viel Ruhe und gemeinsame Zeit zu Hause! Das ist uns wichtig. Außerdem ist da ja jetzt doch noch der Schwimmkurs dazugekommen, der tatsächlich immer mittwochs nach der KiTa stattfindet. Und je nach dem wie der KiTa-Tag so war, merkt man das im Schwimmkurs deutlich 😉

Alltag on top

Aber wäre da nur der wöchentliche Schwimmkurs, das Reiten, der Ballett- oder Klavierunterricht, das Fußballtraining oder der Kinderturnkurs. Das war es aber ja nicht. On top kommen nunmal ständig noch diese ganzen Alltagstermine. Nicht regelmäßig, aber doch immer wieder. Phasenweise so viele, dass ich als (ACHTUNG!) Ein-Kind-Mama manchmal kaum weiß, wo mir bei diesem ganzen  Freizeitstress der Kopf steht. In letzter Zeit war bei uns zumindestens jeden Nachmittag irgendwas anderes. Laterne Basteln in der KiTa, Schwimmen, Tag des offenen Klassenzimmers in der Waldorfschule, Arztbesuche, Logopädie, St. Martinsumzug, Theaterbesuch und ganz normale „Playdates“. Und das waren nur die Termine für’s Kind, die (meistens ich) mit ihr gemeinsam abrocke. Bei mir kommen da ja noch zusätzlich ein paar Terminchen vom Elternbeirat über Yoga bis zum Klavierunterricht drauf. Zumal meine Arbeitszeit auch nicht mit der Schulglocke beendet ist, sondern ich zu Hause noch einiges zu erledigen habe. Phasenweise sogar richtig viel Bürokratisches…

Hier auf dem Blog ist es momentan also wieder etwas stiller um uns geworden. Das liegt nicht daran, dass ich wenig zu erzählen hätte. Die Ideen sprühen nur so und werden alle in meinem Notizbüchlein notiert. Es ist aber einfach so viel los und viel zu tun, dass dieser eigentlich sehr positive und angenehme Freizeitstress zu weniger Me-Time und somit weniger Zeit für meinen Blog bleibt. Aber das wird auch wieder anders.

Was haben eure Kids so für Hobbys und Termine, zu denen sie in der Woche hingehen und wie erlebt ihr als Eltern diesen Freizeitstress rund um diese Hobbys, Verabredungen und Termine?

2 Comments

  • Das ist ein ganz interessanter Beitrag. Ich war vor kurzem bei einer Veranstaltung der Kita, bei der es um „Haltgebende Erziehung – wie er erziehe ich ohne stille Treppe, schreien oder „geh in dein Zimmer““. Das hat meine Vermutung noch bestätigt denn:
    Man darf nicht vergessen, dass auch die Kinder einen Arbeitstag haben. In meinem (unserem) Fall auch leider schon zu früh zu lang (die Minis sind 1+4 und sind zusammen 7,5std in der Kita). Der Mittagsschlaf soll gerne voll ausgekostet werden. 😉 Allerdings muss ich arbeiten, damit wir den Luxus von 2 Autos auf dem Dorf und im Haus leben weiter genießen können. Vormittags (so wurde bei der Veranstaltung erklärt) ist eine Betreuung gegeben, in der Kinder bei Laune gehalten werden, bespaßt werden und möglichst eine gute Zeit in der Kita haben. Denn da soll es ja schließlich auch schön sein – Disskusionen, warum es wieder in die Kita gehen soll, gibt es zu genüge… Nachmittags kommen die Minis völlig überdreht – bumms – in ein emotionales Loch. Denn sie wissen, dass sie sich bei Mama und Papa fallen lassen können. Und in den verbleibenden 3-4 Stunden wird alles vom Tag verarbeiten und überwiegend emotional verpackt. Es wird geheult, geschrien, getobt. Mir bleibt da keine Zeit für ein Hobbie (für die Kinder), sondern möchte sie lieber runter kommen lassen, um ihren anstrengenden Tag zu verarbeiten. Wir versuchen somit auch am Wochenende Dinge wie reiten oder schwimmen unter zu bekommen. Oder nach Lust und Laune mal in den Tierpark o.ä. zu fahren.
    (Huch, doch ganz schön lang geworden… O.O)
    Viele liebe Grüße,
    Imke

  • Wir hatten bis Mai diesen Jahres nur einen festen Termin pro Woche und dann zwischenzeitlich, durch den zusätzlichen Schwimmkurs, zwei. Die Termine an sich sind das eine, aber das ganze drum herum finde ich auch oft anstrengend: zu Hause alles vorbereiten, eventuell einen Snack vorbereiten und einpacken, pünktlich, am Besten mit Zeitpuffer, in der Kita sein, damit eventuelle Staus auf dem Weg zu den Aktivitäten nicht dazu führen, dass das Umziehen in Stress ausartet. Danach zügig nach Hause damit es abends nicht alles zu spät wird, Abendessen machen, den Tag besprechen, für den nächsten Tag planen und vorbereiten…
    Ganz ehrlich: wenn mich das schon so stresst, was macht das mit den Kindern dann? Wir sind gerade wieder zurück zu einem Termin plus Playdates. Mir gefällt das wesentlich besser!
    Ein sehr schöner Kommentar meiner Tochter war übrigens: Mama, ich möchte aber zwischen Ballett und Schwimmen einen Tag frei haben! Finde es großartig dass sie das selber so gut einschätzen kann, was gut für sie ist!

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