frieda, der bus und ich

ALLTAGSGESCHICHTE ​Nach meiner Elternzeit mit Frieda war klar, dass meine neue Dienststelle unbedingt in der Nähe unseres Wohnortes sein sollte. Ich wollte mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule kommen. Nicht nur, weil wir uns erstmal kein zweites Auto anschaffen, sondern weil ich vor allem umweltbewusst unterwegs sein wollte. Außerdem glich die Parkplatzsituation in der Kölner Innenstadt einem Albtraum und nicht selten hatte man von seiner Wohnung rund 10 Minuten Fußweg zurückzulegen.  Nach einem Telefonat mit dem zuständigen Schulamt fand sich auch eine Schule, die zwar nicht ganz so nah, aber zumindestens  unkompliziert und ohne Umsteigen aus der Kölner Innenstadt mit der S-Bahn zu erreichen war. Als sich dann noch das KiTa-Problem in Luft auflöste, weil wir eine Kindertagesstätte in unmittelbarer Nähe meiner neuen Schule fanden, waren wir wirklich happy – zunächst. So machte ich mich jeden Morgen mit unserer kleinen Frieda auf den Weg mit den Öffentlichen Verkehrsmittel.

weinendes Kind und die bahn kommt nicht

Guter Dinge und voller Gelassenheit startete ich damals also in unser ganz persönliches Abenteuer. Dass das mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln gepaart mit einem klitzekleinen Mini-Menschen-Mädchen dann nicht immer  so einfach war, wie ich es mir zunächst ausgemalt hatte, war ja eigentlich klar. Viele Leute hielten mich für total verrückt, dass ich diese Umstände auf mich nehmen würde. Tatsächlich war es dann schon kein leichtes Unterfangen mit wütendem oder weinendem Kleinkind pünktlich am Bahnhof zu stehen. Es zog wie Hechtsuppe und oft fiel die Bahn aus oder kam auf jeden Fall zu spät – viel zu spät. Dann war da noch der Fußweg bis zur KiTa. Gute 15 Minuten flotten Schrittes. So sehr es an meinen Kräften zehrte, habe ich es all‘ die Jahre echt durchgezogen. Rückblickend kann ich gar nicht mehr sagen, was genau mich da davon abhielt auf die Suche nach einem Zweitwagen zu gehen. Irgendwie hat es nicht sollen sein. Vor gut einem Jahr zogen wir dann ja um auf die andere Rheinseite. Nicht nur, dass wir uns wohntechnisch deutlich vergrößerten und nun in einen Neubau mit Garten zogen, mit einem Mal löste sich auch das Parkplatzproblem in Luft auf. Und bis zu meiner Schule und Friedas KiTa waren es mit dem Bus nur 4 Haltestellen – perfekt für uns. Erstmal!

1. kommt es anders, 2. als man denkt!

Seit gut einem Jahr sind wir nun Tag für Tag mit dem Bus gefahren. Es gab‘ zwar nun nicht mehr so viele Verspätungen und Ausfälle wie mit der S-Bahn und der Fußweg war nicht mehr ganz so weit, aber mit dem selbstbestimmten Kind pünktlich loszukommen damit uns der Bus nicht vor der Nase wegfährt, brachte mich tagtäglich an meine Grenzen. Trotz dieser widrigen Umstände würden wir wohl bis zum Schuleintritt unserer Frieda noch mit unserer Buslinie 151 durch Köln düsen, wenn wir nicht mit rund 100 Schülern der naheliegenden Gesamtschule wie Presswürste in den Bus gepresst stehen müssten. Für mich alleine kein Riesendrama, vor allem nicht für diese 4 Haltestellen. Mit Kind, Kita-Rucksack, Schultasche und Sport- bzw. Schwimmzeug und/oder sonstigen Materialien für den Schultag wirklich alles andere als lustig. Nicht selten kam ich völlig fertig in der Schule an, obwohl Frieda und ich Busfahren echt total gerne mögen und auch zum Einkaufen oder sonstigen Erledigungen lieber mit dem Bus als mit dem Auto fahren. Echte Qualitytime mit Erzählen, Rätseln, Lesen und und und. Und doch kommt es oft anders als man denkt. Nun fahren wir nicht mehr mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln, denn meine Mutter, die vor kurzem in eine altersgerechtere Wohnung gezogen ist, benötigt aufgrund der guten Infrastruktur der neuen Wohnlage ihren klitzekleinen Flitzer nicht mehr und so übernahmen Frieda und ich das Auto. Seit gestern sind wir erleichtert – ehrlich. Es macht unseren Alltag um so vieles leichter, wenngleich der Umweltaspekt natürlich nicht gerade sehr vorbildlich erscheint. Ich wünschte gerade in Zeiten des Klimawandels und der großen Umweltschäden und -katastrophen würden der Gesellschaft die öffentlichen Verkehrsmittel attraktiver gemacht werden können. Es darf doch eigentlich nicht sein, dass ein Inlandsflug von Köln nach Berlin genauso teuer ist, wie die umständliche Fahrt mit der Bahn und auch darf es nicht sein, dass die Kosten des Monatsabos für die Busfahrt innerhalb eines Stadtgebiets für eine Mama mit Kind so hoch sind – bei so unglaublich unkomfortablen Begleitumständen als Presswurst mit 100 Schülern. Ach so… Und mit dem Rad zu fahren ist leider noch keine Alternative, da der Weg entlang einer sehr stark und vor allem schnell befahrenen Bundesstraße führt.

Wie kommt ihr zur KiTa und/oder zur Arbeit? Zu Fuß, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem PKW?