8 wochen waldorfschule

ANZEIGE Die Herbstferien hier in NRW sind nun schon wieder rum und längst wollte ich euch einen Bericht über unsere ersten 8 Wochen in der Waldorfschule schreiben. Dazu bin ich in den Ferien aber dann gar nicht gekommen, da unser Hundemädchen Lotte, das in der zweiten Ferienwoche relativ kurzfristig bei uns einzog, unser Familienleben gehörig durchwirbelte und auch immer noch wirbelt. Wer uns über Instagram folgt und vor allem unsere Storys schaut, der hat das unlängst mitbekommen. Aber zurück zu unserem Schulkind. Frieda ist einfach nur glücklich und geht jeden Tag voller Freude in die Schule. Mit ihrer Klassenlehrerin haben wir den großen Hauptgewinn gezogen, die festen Rituale und Strukturen geben ihr Sicherheit, das Lernen macht ihr unglaublich großen Spaß und sie hat sehr schnell Freundinnen gefunden, mit denen draußen in dem kleinen Wäldchen auf dem Schulhof zu spielen unsere Frieda einfach nur über alles liebt. Die Kann-Kind-Einschulung war einfach die beste Entscheidung die wir alle (und damit meine ich nicht nur uns Eltern, sondern vor allem auch das Auswahlgremium der Schule und Friedas Klassenlehrerin, die zu unserer Frieda nunmal „JA“ sagten) gemeinsam treffen konnten.

Ankommen, Kennenlernen, Wohlfühlen

Die ersten 8 Wochen an der hiesigen Waldorfschule standen jetzt erstmal ganz im Zeichen des Ankommens und des Kennenlernens. Der Unterricht umfasste bis zu den Herbstferien zunächst nur 3 Stunden, die ausschließlich bei der Klassenlehrerin im Klassenverband stattfanden. Neben dem rhythmischen Teil und dem Erzählen eines Märchens, gab‘ es (wegen Corona zunächst natürlich ein kleines bißchen eingeschränkt) im „bewegten Klassenzimmer“ einiges zu hüpfen, zu balancieren und zu kriechen. Der Hauptunterricht in Friedas Klasse startete, wie wohl an den meisten Waldorfschulen üblich, mit einer Formenzeichnen-Epoche. Hier lernten die Kinder über vier Wochen hinweg die Polarität des Geraden und des Krummen kennen, liefen Formen, zeichneten sie mit der Hand in die Luft und brachten sie mit schönen Farben aufs Papier in ihr Epochenheft. Es gibt für die meisten Fächer also keinen festen Stundenplan, sondern die Kindern beschäftigen sich im Hauptunterricht über Wochen mit Formen oder Buchstaben oder dem Rechnen usw. Die zweite Epoche über 4 Wochen umfasste dann das Kennenlernen der ersten Buchstaben und der dazugehörigen Laute. Diese wurden, wie eben an der Waldorfschule ebenfalls sehr üblich, im Rahmen einer Geschichte eingeführt. Beide Epochen haben Frieda total „abgeholt“ und gerade die Geschichte der Buchstaben-Lese-Epoche hat es ihr angetan und das, obwohl einige Leute uns ja prophezeiten, dass sie sich höchstwahrscheinlich langweilen würde, weil sie ja schon lange lesen könne. Weit gefehlt. Die Geschichte berührte sie wahrhaftig und die von der Klassenlehrerin gewählten Aufgaben zu den gelernten Buchstaben ließen den nötigen Raum für die Differenzierung. Besonders schön findet unsere Frieda übrigens auch den Freitag Vormittag im Wald und auch wir Eltern finde es einfach grandios-großartig, dass „unserer“ Klasse ein Waldtag in der Woche möglich gemacht wird.

Handarbeit, Eurythmie und Russisch

Nun startet jetzt nach den Herbstferien der Fachunterricht, der sich täglich an die zwei Stunden Hauptunterricht bei der Klassenlehrerin anschließt. Neben Musik, Englisch, Kunst und Religion gibt es da natürlich auch die typischen Fächer der Waldorfschule wie Eurythmie, Handarbeit und Russisch. Die meisten der Fachlehrer hat Friedas Klasse schon kennengelernt. Dennoch ist sie natürlich sehr aufgeregt, wie das alles wohl werden wird. Gerne werde ich nach den nächsten 8 Wochen wieder einen kleinen Rückblick schreiben. Es bleibt mir eigentlich nur noch, mich zu wiederholen. Unsere Frieda als Kann-Kind an einer Waldorfschule einschulen zu wollen war für uns die beste Entscheidung. Unserer Meinung nach wird sie endlich richtig wahrgenommen und lernt mit ihren Lehrern – insbesondere ihrer wunderbaren Klassenlehrerin, die die Kinder wahrhaftig im Blick hat – gemäß ihrer Entwicklungsstufe, bekommt angemessenen Input in einem tollen Sozialgefüge und beschäftigt Kopf, Herz und Hand. Was für ein Geschenk! Dafür sind wir weiterhin dankbar und unendlich glücklich.

Natürlich gibt es bei uns auch immer mal wieder Donnerwetter-Tage mit schlechter Laune, Streit und uns tönt ein „Mir doch egal!“ entgegen. Tatsächlich ist Frieda aber, seitdem sie ein Schulkind an der Waldorfschule ist, weitaus ausgeglichener als jemals zu vor. Für sie hätte es übrigens nicht unbedingt Ferien geben müssen und sie ist voller freudiger Aufregung heute zur Schule gestiefelt. Möge sie sich diese Freude, den Lerneifer und die Leichtigkeit noch lange erhalten und in der Schule glücklich bleiben.

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