„hilfe mama, ich werde groß!“

ALLTAGSGESCHICHTE In den letzten Tagen brannte hier zu Hause echt so ziemlich die Hütte. Während Guido und ich beruflich beide die heißeste Phase des Jahres rocken, befindet sich unsere Frieda in einer der wahrscheinlich emotionalsten Umbrüche, die ein großes Kleinkind überhaupt durchleben kann. Es kommt, wie es kommt und wir alle können daran nur wachsen. Das ist zumindestens das Mantra, das ich mir im Moment immer wieder aufsage.

Autonomieetwicklung leveled up

Klar, von der sogenannten Autonomiephase hatte ich schon viel gehört und gelesen. Überall und immer wieder. Klassiker wie die Quengelzone an der Supermarktkasse oder die Lieblingshose, die sich in der Waschmaschine befindet und deshalb an diesem einen Tag nicht angezogen werden kann. Auch bei uns unterschieden sich natürlich so manches Mal unsere Vorstellungen vom Inhalt des Einkaufswagen oder auch sonst gingen unsere Meinungen nicht erst ein Mal auseinander. Wir konnten dann aber doch immer ganz gute Kompromisse finden und/oder Friedas intensiven Gefühle liebevoll begleiten, so dass richtig heftige Wutanfällen in der „Trotzphase“ ausgeblieben sind. Schwieriger waren bei uns allerdings immer schon diverse Übergänge, Veränderungen im Alltag oder besondere Situationen. Mit unzähligen, immer wiederkehrenden Gesprächen und ganz viel bedingungsloser Liebe war das aber auch irgendwie zu meistern. Bis jetzt! Nun sehen wir uns aber inmitten einer ganz neuen und sehr kräftezehrenden Phase der Autonomieentwicklung. Ein drastischer Umbruch ist im Gange, der so vieles verändert und scheinbar wie ein Damoklesschwert über Friedas Köpfchen schwebt. Unsere Frieda wird groß. Während wir ihren vermehrten Wunsch nach Selbstständigkeit im Alltag (Anziehen, Essen, etc.) bereits längst hinter uns lassen konnten und uns das Loslassen auch gar nicht schwer fiel, tritt nun der Drang nach echter Unabhängigkeit in den Vordergrund. Und trotzdem wünscht sie sich gleichzeitig so sehr die Geborgenheit und Wärme meiner Arme, dass sie hin- und hergerissen ist. Voller Mut und gleichermaßen so unsicher. „Geh weg, komm her“, ihre Gefühle fahren Achterbahn und sind total ambivalent. Niemand versteht wirklich, was gerade in ihr vorgeht. Sie selbst am allerwenigsten. Selber machen, aber nicht allein sein. Halten und Loslassen – am besten gleichzeitig. Uff!

Der Wechsel von der Krippe in den KiGA

Und als sei da in diesem kleinen-großen Wesen nicht schon genug los, sei nicht schon genug durcheinander, hätte dieser kleine Mensch nicht schon genug mit sich selbst zu tun, da kommt nun auch noch dieser große Schritt „von den Kleinen zu den Großen“. Unser Mini-Menschen-Mädchen wechselt nämlich nach den Sommerferien von ihrer geliebten Zwergengruppe (U3) in die Ü3-Gruppe ihrer KiTa. Zum Glück wechselt Frieda nur intern und sie kennt alle Rahmenbedingungen ganz gut. Seit einigen Tagen weinte unser Mini-Menschen-Mädchen aber verstärkt. Ihre Not war wirklich besonders groß und ich spürte, dass der anstehende Wechsel und die Ungewissheit damit zu tun haben musste. An einem Abend erzählte sie mir dann auch, dass sie Angst habe, dass dort bestimmt keiner mit ihr spielen würde, dass die anderen Kinder sie bestimmt nicht mögen und sie für immer ein „Zwerg“ bleiben wolle. Sie schüttete mir so richtig ihr kleines Herz aus. Es ist ein großer Schritt, in dieser für sie ohnehin schweren Entwicklungsphase voller ambivalenter Gefühle und Unsicherheiten. Wir hatten aber heute Morgen ein wirklich schönes Gespräch mit den zukünftigen Erziehern in der Sternschnuppengruppe und wir alle blicken nun sehr zuversichtlich in die Zukunft, denn wir wissen, dass sie dort die Bedürfnisse unserer kleinen-großen Frieda besonders gut im Blick haben werden und sie begleiten wollen. Heute begann dann auch ganz offiziell Friedas Eingewöhnung in der neuen Gruppe und sie war heute sogar richtig begeistert und freut sich nun schon auf morgen.

Wie war bei euren Kindern die Autonomiephase? Kennt ihr von ihnen auch diese vielen ambivalenten Gefühle? Wie hat bei euch der Wechsel von der U3-Gruppe in die KiGa-Gruppe geklappt?