wackelzahn-ratgeber

ANZEIGE Wie ihr sicherlich in meinem Beitrag Wackelzahnpubertät im Anmarsch?! bereits gelesen habt, ist die Stimmung bei uns zu Hause im Moment sehr durchwachsen. Es ist mal sehr laut, mal ganz leise. Mal ist unsere Frieda ganz groß, dann wieder miniklein. Manchmal führen wir fast schon philosophische Gespräche über Gott und die Welt und im nächsten Augenblick schreit Frieda wie ein Baby und will nur noch gehalten werden. Generell wird hier aber gerade viel genörgelt und geschimpft. Oft will sie ausziehen, uns nie wieder sehen oder findet uns sowieso ober-mega blöd. Obgleich hier bis jetzt noch kein Wackelzahn in Sicht ist, wackelt Friedas Seele aber gerade merklich. Und das werden sicherlich erst die Anfange sein. Puh! Da ich ja total gerne Ratgeber lese und mich mit den Besonderheiten der unterschiedlichen Entwicklungsphasen von Kinder auseinandersetze, habe ich mich natürlich auch zum Thema Wackelzahnpubertät mit Büchern eingedeckt. Da ich selbst so wissbegierig war und auch viele von euch meine Rezension zu den Büchern schon sehnlichst erwarten, hab‘ ich beim Lesen ordentlich auf die Tube gedrückt!

Wackeln die Zähne, wackelt die Seele

Wackeln die Zähne, wackelt die Seele aus dem Verlag Urachhaus ist seit Jahren ein echter Klassiker und sollte in eurem Bücherregal definitiv nicht fehlen, wenn euer Kind in der Zeit des Zahnwechsels steckt. Der Buchtitel bringt kurz und knapp aufs Tableau, was in dieser Zeit mit unseren Kindern passiert. Im Buch möchten die Waldorfpädagogin Monika Kiel-Hinrichsen und die Zahnärztin Renate Kviske sowohl aus pädagogischer als auch aus zahnmedizinischer Sicht ein tieferes Verständnis dafür bilden, was in den Kindern während des Übergangs ins zweite Jahrsiebt vor sich geht. Es gibt viele Fallbeispiele, in denen nicht nur die individuellen physischen Unterschiede beim Hervortreten der bleibenden Zähne, sondern auch Phänomene der emotionalen Entwicklung und die innere Zerrissenheit unserer Kinder beschrieben werden. In Wackeln die Zähne, wackelt die Seele wird die Wackelzahnpubertät eben aus der ganzheitlichen Sicht der Waldorfpädagogik beleuchtet. Es werden also die Veränderungen des gesamten Körpers in seinem Zusammenhang mit der Seele beschrieben und auch erklärt, wie dieser Umbau beim Kind zum Ausdruck kommen kann. Für uns Eltern gibt es viele praktische Tipps, zum Beispiel zur Auswahl von geeigneten Märchen, einer ausgewogenen Ernährungsweise und auch konkrete Hilfestellungen, damit wir unseren Kindern (und uns) diesen tiefgreifenden Schritt in einen neuen Lebensabschnitt erleichtern können. Mir hat mir das Buch total gefallen, mir an vielen Stellen die Augen geöffnet und mich den Wandel vom Spielkind zum Schulkind aus einer anderen Perspektive sehen lassen. Gerade der ganzheitliche Ansatz und die Ideen für das Familien- und Schulleben sind für mich hilfreich. Und auch wenn du nicht (so wie wir) ein Freund anthroposophischer oder waldorfpädagogischer Ansätze bist, dann ist dieses Buch ganz sicher trotzdem ein totaler Gewinn für dich. Ich kann es nur jedem ans Herz legen.

Nicht mehr klein und noch nicht groß

Der Buchtitel von Andreas Zschochers Buch „Nicht mehr klein und noch nicht groß – Der liebevolle Ratgeber für die Wackelzahnpubertät“ ist doch wirklich Programm in dieser bewegten Phase unserer Kinder und passt deshalb wohl wie die Faust aufs Auge. Andrea, sie bloggt übrigens auf runzelfuesschen.de, ist selbst Mama von drei Kindern und gibt in ihrem wundervollen Buch anderen Eltern bewährte und alltagstaugliche Tipps, wie sie die sensible Zeit des Zahnwechsels liebevoll begleiten können. Stets auf Augenhöhe mit dem Leser und wie eine befreundete Mama – ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Eben, weil wir Eltern nunmal alle im selben Boot sitzen und in dieser anstrengenden, kräftezehrenden Phase nicht alleine dastehen (obwohl es sich ja tatsächlich manchmal so anfühlt, dass nur das eigene Kind diese emotionalen Ausbrüche hat…) Andrea hat für uns jedenfalls viele Ideen, wie wir zum Beispiel die Bedürfnisse aller Familienmitglieder erkennen, emphatisch kommunizieren, in stressigen Situationen am besten gelassen bleiben und unsere Familie somit stärken können. In diesem Ratgeber wird aber auch beschrieben, wie die körperlichen Veränderungen unserer Wackelzahnkinder und die vielen Ups and Downs in der mentalen, sozialen und emotionalen Entwicklung mit dem Zahnwechsel zusammenhängen. Alles leicht verständlich erklärt und wirklich gut in einem Rutsch zu lesen. Außerdem hat eine Kinderzahnärztin Rede und Antwort gestanden und es gibt zusätzlich viele Erfahrungsberichte anderer Eltern, deren Kinder auch gerade in der Wackelzahnpubertät stecken, gesammelt. Das macht Mut und auch Hoffnung. Ich bin wirklich ganz beeindruckt von dieser geballten Menge Fachwissen über die Wackelzahnpubertät, Andreas Art zu schreiben und den schönen Alltagstipps, von denen wir schon einige ausprobiert haben. Mit „Nicht mehr klein und noch nicht groß – Der liebevolle Ratgeber für die Wackelzahnpubertät“ von Andrea Zschocher bist du wirklich nicht allein.

Gelassen durch die 6-Jahres-Phase

„Wackelzahn-Pubertät Gelassen durch die 6-Jahres-Phase. Der praktische Elternratgeber.“ von Laura Fröhlich ist mit fast 200 Seiten wirklich sehr umfangreich und behandelt wohl (fast) jedes Thema und jede Stress-Situation, das im Familienleben mit unsere 5-7 jährigen Wackelzahnrebellen wohl auftauchen und zu Konflikten führen könnte. Zimmer aufräumen, Geschwisterstreit, Mäkeln beim Essen, Ärger bei den Hausaufgaben, der Umgang mit Neuen Medien, Freizeit und Hobbys, Aufklärung und Sexualität, um jetzt nur ein paar der spannenden Kapitel zu nennen. In ihrem Buch gibt uns Laura absolut alltagstaugliche Ideen an die Hand, wie wir verständnisvoll mit den Veränderungen unserer Vor- und Grundschulkinder, ihren plötzlichen Wutgewittern und dem ständig-diskutieren-wollen umgehen können – wertschätzend und ganz ohne Schimpfen und Strafen. Laura Fröhlich hat sich nämlich sehr dem bedürfnis- und bindungsorientierten Familienleben verschrieben. Mir dient dieses Buch sicherlich noch öfter als kleines Nachschlagewerk, weil es ganz wunderbar in einzelne Themenbereiche eingeteilt ist und man immer mal wieder konkret nachlesen kann, welche Tipps und Ideen Laura Fröhlich für uns in einzelnen Situationen parat hat. Die Wackelzahnpubertät wird hier ja nunmal noch einige Zeit anhalten. Laura Fröhlich bloggt übrigens auf: Heute ist Musik!

Alle drei Bücher finde ich wirklich lesens- und empfehlenswert und jedes hat mir auf seine besondere Art gefallen und weitergeholfen. Es ist schwer für mich zu sagen, welches dieser drei Bücher ich am ehesten empfehlen würde. Wackeln die Zähne, wackelt die Seele hat eine besonders ganzheitliche, wundervolle waldorfpädagogische Sicht auf das Kind in der Wackelzahnpubertät und ist von Leuten vom Fach. Das merkt man auch. Nicht mehr klein und noch nicht groß ist für mich wie eine befreundete Mama, die dir von ihrem Alltag mit Wackelzahnrebell erzählt, dabei aber extrem gute Tipps und Ideen und vor allem Fachwissen für einen verständnisvollen Umgang hat. Mit diesem Buch fühlst du dich nicht nur, sondern bist auch wirklich gut aufgehoben. Es umarmt dich! Wackelzahn-Pubertät Gelassen durch die 6-Jahres-Phase ist ein sehr umfangreicher Ratgeber, der wirklich viele Themen behandelt. Man kann es in einem Rutsch durchlesen oder sich immer wieder aus dem Regal nehmen und nachlesen, wenn man mal wieder eine Auffrischung in Sachen bedürfnis- und bindungsorientierten Familienleben mit einem Wackelzahn-Rebellen nötig hat.

 [Die Rezensionsexemplare wurden uns zur Verfügung gestellt.]