unterforderung im kindergarten

ALLTAGSGESCHICHTE Wir glauben doch irgendwie alle, dass unsere eigenen Mini-Menschen-Kinder besonders pfiffig sind, oder? Klar. In unseren Augen sind sie ja auch die wunderbarsten Wesen auf diesem kunterbunten Planeten und ziemlich sicher sogar im ganzen Universum. Oder auch noch weiter, falls es das gibt. So soll das auch sein. Das hat die Natur so eingerichtet. Pfiffige Kinder können viel, wissen viel und wollen viel lernen. Sie müssen „gefüttert“ werden und natürlich sollten wir ihren Wissensdurst niemals ausbremsen. Tatsächlich habe ich mich ja auch hier auf dem Blog schon mit der Frage nach der richtigen Schule für mein Kind auseinandergesetzt und mittlerweile hat sich sogar eine mögliche Traumschule für unsere Frieda herauskristallisiert. Wir haben aber noch etwas Zeit. Und darum geht es nämlich heute. Denn die wollen wir uns lassen.

Lasst die Kinder doch spielend lernen

Bald steht allerorts die Einschulung an und im Internet begegnet mir gerade jetzt immer wieder die fixe Idee von Eltern, dass sie eine vorzeitige Einschulung mit 5 vorziehen, weil sich ihr Kind im letzten Kindergartenjahr langweile und maßlos unterfordert sei. Ich muss dann leider immer etwas schmunzeln. Obgleich die Eltern eines Kindes die allerbesten Experten für ebendieses sind, erscheint mir diese Aussage aber bei den meisten etwas überambitioniert. Natürlich gibt es (hochbegabte) Kinder, die schon mit 5 Jahren besonders viel können und wissen, aber ob diese im Kindergarten unterfordert sind und unbedingt in die Schule MÜSSEN, liegt wohl doch eher an den Möglichkeiten der individuellen Förderung. Ja, viele Kindergärten und KiTas sind maßlos unterbesetzt und die Mitarbeiter vielleicht zuweilen auch nicht qualifiziert genug. Das kann sein. Ich plädiere jedoch trotzdem immer dafür, den Kindern so lange den „Ernst des Lebens“ zu ersparen und die Kinder Kinder sein zu lassen. Sie sollen spielen. Spielend begreifen und spielend lernen. Nicht mehr und nicht weniger. Unsere Kinder haben doch alle schon Programm genug. Hobbys und Kurse machen Spaß, sollen sein und sind sinnvoll. Und dann auch noch vorzeitig in die Schule? In den meisten Fällen liegt sowieso keine echte Unterforderung vor. Wenn einem Kindergartenkind in der KiTa meines Erachtens dann aber wirklich nicht genug „geboten“ wird und sich durch Gespräche mit den Erziehern und/oder der Leitung da auch nichts tut, dann würde ich mein Kind lieber immer selbst fördern und fordern oder andere Möglichkeiten suchen. Eine vorzeitige Einschulung ist für mich keine Lösung!

Einschulung? Ist mein Kind schulreif?

Unsere Frieda ist im Dezember geboren und soll tatsächlich erst mit 6 1/2 Jahren in die Schule kommen. Das finden wir gut. Denn trotz ihrer jetzt schon sehr großen Auffassungsgabe, ihrer Lernmotivation, ihrer Wissbegierde, ihrer enormen Anstrengungsbereitschaft und der Geduld mit sich selbst und noch vielem mehr (ihr seht, auch ich bin begeistert und schwer verliebt in mein eigenes Kind!), ist sie eben noch klein. Und klein ist sie auch noch mit 5 Jahren. Zur Schulreife gehört noch so vieles mehr als zu zählen, erste Laute zu kennen und besonders außergewöhnlich logisch zu denken. Kinder in der Schule müssen ihre Bedürfnisse zurückstellen können, sie müssen längere Phasen still sitzen können, sie müssen sich auf viele unterschiedliche Kinder und Erwachsene einstellen können und sie müssen Druck aushalten können. Leistungsdruck und Druck, der durch Konflikte mit anderen Kids oder sogar durch fiese Lehrer entstehen kann. Das und noch vieles mehr, ist wohl an vielen Schulen die ernüchternde Realität. Ich will das für unser Mini-Menschen-Mädchen jedenfalls nicht und erst recht nicht so viel früher als nötig. Und dann sucht man vielleicht, so wie wir, auch noch eine Schule, die ziemlich gut zu seinem Kind passt und nimmt nicht die nächst Beste. Klar, es gibt immer Ausnahmen. Manche Kinder sind eben mit 5 Jahren bereits maßlos unterfordert und definitiv schon schulreif, wiederum andere sollten besser bis 7 noch in den Kindergarten gehen. Pauschale Aussagen sind bei Menschen immer Fehl am Platz, jede Situation muss genau angeschaut werden. Wir sind alle verschieden, aber die Kindheit kann man ihnen jedoch nicht noch einmal schenken!

Mit wie vielen Jahren sind eure Kids eingeschult worden und würdet ihr diese Entscheidung wieder genauso treffen?