das leben spielend begreifen

ALLTAGSGESCHICHTE „Katzenbaby, Minka?“ höre ich Frieda mal wieder sagen. Ich nicke und maunze, hebe ein Pfötchen. „Du schläfst noch und ich wecke dich…“ Ich maunze wieder und schließe meine Augen. Seit Jahren schon ist unser Mini-Menschen-Mädchen die Katzenmama Melody und ich bin ihr Katzenkind. Heute darf ich also so tun, als schlafe ich noch. Vorsichtig streichelt mir plötzlich ein Pfötchen über das Gesicht. Mit den Worten „Katzenbaby, aufstehen. Heute ist dein 1. Schultag.“ werde ich geweckt und fest in den Arm genommen. So oder so ähnlich laufen sie ab, Friedas absoluten Lieblingsspiele. Und natürlich spielen wir mit. Wir spielen ihre Spiele und sie ist die Regisseurin.

Rollenspiele für das hochsensible kind

Rollenspiele sind mindestens seit Friedas drittem Lebensjahr das Spiele-Highlight. Sie liebt es einfach sehr. Und es tut ihr unheimlich gut. Einige Zeit lang waren „Einkaufen und an der Kasse bezahlen“ und der „Arztbesuch“ natürlich die Klassiker schlechthin, aber auch schon vor zwei Jahren wurden viele erlebte Szenen aus unserem Leben und dem Alltag ganz ohne Objekte nachgespielt. „Komm‘, wir fahren nach Berlin. Setz dich hin. Der Teppich ist das Auto. Nein, hier. Du musst in den Kindersitz und dich anschnallen.“ Unsere Frieda schnallte uns sanft an und düste dann los. Guido und ich saßen hinter ihr in unserem imaginären Auto, waren imaginär angeschnallt und nervten sie mit den üblichen Fragen. „Wie lange dauert’s eigentlich noch?“, „Wann machen wir eine Pause?“, „Liest du mir etwas vor?“ oder riefen von hinten: „Ich will ein Eis.“ Reality Bites – Voll das Leben eben. Viel wichtiger als diese lustigen Erlebnisse nachzuspielen ist es aber für Friedas hochsensibles Wesen, erlebte oder bevorstehende Situationen im Spiel zu verarbeiten und dabei mögliche innere Konflikte zu lösen. Rollenspiele stellen vor allem auch für hochsensible Kinder DIE perfekte Möglichkeit dar, sich ihren Bedenken, Ängsten und Sorgen zu stellen und sie abzubauen. Sie machen unsere Kinder selbstsicherer! Außerdem erfahren wir durch diese gespielten Geschichten nochmal sehr deutlich, wie unser Mini-Menschen-Mädchen verschiedene Situationen unseres Lebens wahrnimmt und erlebt, was sie bewegt und manchmal auch belastet.

mit Rollenspielen innere Konflikte lösen

Rollenspiele sind ja bei Kindern mindestens bis zum 6. Lebensjahr sehr beliebt. Durch Formen wie das Machtumkehrspiel oder das Nonsensspiel können im häuslichen geschützten Umfeld selbst belastende Situationen mit unliebsamen Lehrern oder Prüfungssituationen ad absurdum geführt werden und dem Kind so dabei helfen, Herausforderungen zu überwinden. Durch das Einnehmen verschiedener Rollen im Rollenspiel kann es Ängste ausleben und die Wirklichkeit neu gestalten. ANZEIGE Wer in das Thema „Bindungsspiele“ etwas näher eintauchen möchte, dem empfehle ich von ganzem Herzen das Buch „Spielen schafft Nähe – Nähe löst Konflikte“ von Aletha J. Solter.

Wie alt sind deine Kinder und welche Rollenspiele spielt(e) euer Mini-Menschen-Kind denn besonders gerne? Polizei, Feuerwehr, Prinzessin oder alltägliche Situationen wie Einkaufen, Arztbesuche oder der 1. KiTa-Tag?

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