corona – 24/7 zusammen zu hause

ALLTAGSGESCHICHTE Wir sind im Wald. Die Sonne glitzert durch die Bäume, die Vögel zwitschern und der Waldboden ist voller kleiner Blümchen. Die Natur erwacht, der Frühling ist da. Alles geht seinen Gang. Guido und Frieda flitzen einen Bach entlang und beobachten dabei das selbstgebaute Bötchen, das sie gerade zu Wasser gelassen haben. Es fühlt sich für uns fast wie Ferien an, doch sind es eben keine, denn das was da draußen gerade passiert, ist bitterer Ernst und voller Schicksale und Leidensgeschichten. Corona hat unser aller Leben voll im Griff und doch ist die Stimmung bei uns hier zu Hause sehr entspannt. Wir entschleunigen gerade sogar. Fernab des Alltagsstresses sind wir kreativ wie schon lange nicht mehr, unternehmen gemeinsam viel in der Natur und – im Vergleich zu einigen anderen Familien – können wir diese intensive Familienzeit, die wir aufgrund des Corona-Virus nun seit gut zwei Wochen miteinander haben, sehr genießen.

Familienzeit ohne große Sorgen

Ja, wir sind sicher eine der Familien, die in dieser ungewissen Zeit mit dem Corona-Virus tatsächlich eher weniger stark belastet ist. Wir haben mit keinen wirtschaftlichen Einbußen zu rechnen, kein Betreuungsproblem, und auch gesundheitlich sind wir selbst so fit, dass eine Ansteckung ziemlich sicher nicht lebensbedrohlich für uns sein würde.   Wenngleich wir natürlich alles Menschenmögliche tun, dass wir uns nicht mit dem Corona-Virus infizieren und vor allem nicht an andere weitertragen könnten. Wir haben nämlich auch enge Verwandte, die definitiv zur Risikogruppe gehören. Klar, auch wir haben deshalb unsere sozialen Kontakte komplett auf Null runtergefahren, treffen keine Freunde, keine Verwandten und Bekannten und selbst der Weg in der Supermarkt bestreitet immer nur einer von uns – natürlich ohne Kind! Niemanden treffen zu können kann belastend sein, aber durchaus auch entlastend. Je nach dem. Von mir jedenfalls fällt gerade jeglicher Druck durch äußere Einflüsse, wie den durchgetakteten Alltag, die Termine und die Arbeit in der Schule, ab und ich kann den Fokus auf das legen, was wir hier zu Hause miteinander haben. Klar, auch hier gibt’s mal Streit, schlechte Laune und kleine oder größere Wutanfälle, aber auch nicht mehr oder weniger als sonst. Plötzlich zählen hier nur noch wir und in dieser Zeit liegt für uns ganz persönlich auch eine Chance. Auch unsere Frieda vermisst tatsächlich nichts. Für sie ist Kita-frei zu leben schon immer der Himmel auf Erden und sie freut sich über diese sehr intensive Familienzeit mit Mama und Papa. Manchmal fragt sie natürlich nach ihren Freunden, macht Vorschläge, was wir bald mal wieder gemeinsam mit ihnen unternehmen könnten, ist aber gerade mit dem Leben hier trotzdem sehr glücklich und ausgelastet. Etwas schade ist für uns, dass der Klavierunterricht, das Reiten und das Schwimmen nicht stattfinden und auch, dass unser Nordseeurlaub in den Osterferien mit Oma nun gecancelt werden musste, aber das sind natürlich auch echte „Luxuspobleme“ in dieser ungewissen Zeit mit dem Corona-Virus.

Ja, in dieser Zeit merken wir gerade deutlich, wie privilegiert sind (obwohl ich dieses Wort „privilegiert“ nicht so mag). Wir haben keine Ausgangssperre, können die Natur und den Wald jeden Tag in vollen Zügen genießen. Wir haben eine große Wohnung, einen Garten und sonst alles, was wir zum Leben brauchen. Vor allem aber haben wir uns. Und sind gesund. Das ist so viel wert.

Wie geht es euch mit Corona? Spürt ihr die schmerzliche Seite gerade sehr oder könnt ihr, so wie wir, im Alltag entschleunigen und eure Zeit als Familie genießen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.