start- und andere schwierigkeiten

Vor ein paar Wochen ging es unserem Mini-Menschen-Mädchen immer mal wieder zwischendurch nicht so richtig gut. Ich berichtete schon von der Zerrissenheit, wenn man auf der Arbeit den dritten Montag in Folge fehlt. Selbstverständlich lautet die Entscheidung immer, beim „kränkelnden“ Kind zu Hause zu bleiben. Da gibt es natürlich kein Vertun.

Bei unserer Frieda gab‘ es in letzter Zeit in einer Woche vier gute und dann wieder zwei oder drei weniger gute Tage, an denen sie total anhänglich war und ausschließlich von mir – auf dem Arm, übrigens nicht in der Trage – getragen werden wollte. Papa konnte gar nicht viel machen, auch wenn er losgehen1sich die größte Mühe gab und unser kleines Prinzesschen liebevoll umsorgen wollte. Frieda war sehr weinerlich, wollte die Wohnung überhaupt nicht verlassen und schon gar keine anderen Menschen treffen. Selbst die Ankündigung eines klitzekleinen Hundespaziergangs oder der in Aussicht gestellte Spielplatzbesuch lösten dann in ihr irgendein Unbehagen aus. Sie möchte ganz oft einfach nicht gerne Losgehen. Es gab auch Menschenbegegnungen, die sie an solchen Horrortagen förmlich in meinen Arm springen und furchtbar weinen ließen und das Betreten anderer Wohnungen schien für sie dann so schlimm zu sein, dass es für sie schier nicht auszuhalten war. Mehrere Besuche bei Freundinnen und Bekannten habe ich dann abgebrochen. Unsere Ankunft im Urlaub auf dem Bauernhof im Schwarzwald war auch echt schrecklich schlimm. Super freundlich wurden wir in Empfang genommen und zu unserer Ferienwohnung geführt. So sehr ich mich auch bemühte, Frieda beruhigte sich erst, als die Vermiterin die Wohnung verlassen hatte und ich – so absurd es klingen mag – den Wasserhahn laufen ließ. Fragt mich nicht, wie ich auf diese verrückte Idee gekommen bin. Ich habe es einfach aus dem Bauch heraus gemacht und es wirkte. Plötzlich war dann alles vergessen und unser Mini-Menschen-Mädchen tobte durch die Bude, als wäre sie hier schon immer zu Hause gewesen. Startschwierigkeiten in dieser Form kamen dann im Urlaub gar nicht mehr vor. Ganz im Gegenteil. Unsere Frieda spielte sogar ganz alleine in  einer ihr bisher unbekannten Spielecke in einem ihr bisher unbekannten Restaurant. Komisch. Man steckt eben nicht drin. Am Tag nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub traf ich eine liebe Freundin am Kölner Flughafen. Wir hatten geplant einen Kaffee zu trinken, zu quatschen und mit Frieda auf die Besucherplattform zu gehen, damit wir Flugzeuge sehen können. Unser losgehen3Mini-Menschen-Mädchen mag nämlich (eigentlich) Flugzeuge und beobachtet sie gerne. An diesem Tag nicht. Frieda weinte bitterlich. Richtig mit Tränen, wollte bloß aus dem Flughafen raus und ließ sich kaum beruhigen.

Was war denn da los? Brach nun ein weiterer Zahn durch? Ihren Schnuller oder andere Gegenstände malträtierte unsere Frieda jedenfalls sehr. Oder war es doch eher die Erkältung? Ein kleines bißchen Husten und Schnupfen hatte sie ja auch. Oder fühlte sie sich einfach nur kränklich? War es ein Wachstums- oder Entwicklungsschub mit stärkeren Trennungsschmerzen und Schwellenängsten, die ja sehr typisch für ihr Alter sein können? Oder hat sie einfach, so wie jeder von uns mal, immer wieder mal Gott verdammte Schießtage? Schade, dass sie noch nicht genau sagen kann, was in ihr vorgeht. Man will doch einfach wissen, was es ist. Man wünscht sich einfach, dass man noch mehr machen, noch mehr helfen kann. Am liebsten würde man diesem kleinen Mini-Menschen-Kind seine Schmerzen, sein Unwohlsein und seine Sorgen abnehmen.

An diesen Tagen sage ich mir auch zwischendurch immer mal wieder das Müttermantra auf: „Es ist nur eine Phase oder ein Schub“ und versuche gelassen und ohnehin voller Liebe unserer Frieda beizustehen und sie zu begleiten. Während wir manche Situationen an Horrortagen zu vermeiden versuchen, müssen wir leider durch andere Begebenheiten dann aber  irgendwie durch. Es darf ja auch nicht darum gehen, unser Mini-Menschen-Mädchen vor allem zu bewahren, sondern wir wollen sie mit ihren Gefühlen annehmen, ernst nehmen und begleiten und ihr zeigen, dass wir alle Seiten ihrer Persönlichkeit willkommen heißen. Am Ende geht Frieda (hoffentlich) dann gestärkt aus schwierigen Situationen heraus. Bei uns überwiegen  jeden Tag die positiven und glücklichen Momente im Leben mit unserem Mini-Menschen-Mädchen, aber die so wahnsinnig anstrengenden Momente zehren so sehr an den Kräften. Puh! Ich habe auf jeden Fall schon wieder ganz viel in Büchern und auf einigen meiner Lieblingsseiten im Internet gestöbert und gelesen und werde die ein oder andere schöne Idee zum Beispiel von >Das losgehen2gewünschteste Wunschkind< umsetzen. Kennt ihr die Seite? Ich glaube sie ist die beste, informativste und prallgefüllteste Internetseite zum Thema Mini-Menschen-Kinder, die ihr euch vorstellen könnt. Es gibt Unmengen Tipps und Ideen für einen bindungs- und bedürfnisorientierten Umgang mit schwierigen Alltagssituationen, aber auch sonst ganz viel konstruktiven Input zur kindlichen Entwicklung, Ernährung, Gesundheit und und und. Katja und Katja, die beiden Autorinnen der Artikel, haben jetzt auch ein Buch geschrieben, das im Oktober dieses Jahres erscheint. Ich bin schon ganz Feuer und Flamme.

Aber nochmal zum Losgehen. Viele der Tipps von „Mein Kind bummelt ständig…“ wie „Ankündigungen“, „Tschüss sagen“ und „etwas aus der Situation mitnehmen“ mache ich auch meinem Bauchgefühl schon immer mit Frieda. Es gibt ihr totale Sicherheit geliebten Dingen, wie z.B. der Schaukel auf dem Spielplatz, noch weitere zehn Mal zu winken und „Tschüss“ zu rufen. Und jetzt bin ich dabei unserer Frieda ein Fotobuch zu erstellen, in dem sie dann die einzelnen Losgeh-Abläufe und Rituale ansehen kann. Ich bin mir sehr sicher, dass ihr das auch sehr helfen wird. Sie liebt es ihre eigenen Fotos und Videos zu sehen.

Kennt ihr diese oder ähnliche Startschwierigkeiten mit eurem Mini-Menschen-Kind?

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