routinecheck beim Kinderarzt

Bei der U6 wurde uns die nächste Untersuchung, rund um das 2. Lebensjahr, bereits als die „verschrienste“ Untersuchung ever angekündigt. Erst habe ich nicht so ganz verstanden, was der Doc damit überhaupt meinte, denn „verschrien“ hat für mich erstmal die Bedeutung, dass sie einen schlechten Ruf habe. Das ist es natürlich nicht, sondern die kleinen Patienten würden bei der U7 einfach ziemlich viel weinen. Aus diesem Grund eben „verschrien“. Okay, ich kapiere schnell, manchmal muss man es mir nur lang erklären. Unsere Mini-Menschen lernen in dieser Lebensphase ja nicht nur sich selbst, sondern eben auch ihr Streben nach Autonomie und Selbstwirksamkeit kennen und machen es dem oft Kinderarzt nicht ganz so leicht. Die Sprachentwicklung vernünftig einzuschätzen soll zum Beispiel schwierig sein. Zweijährige sind fremden Menschen gegenüber in der Regel ja nicht gerade so wahnsinnig aufgeschlossen. Ich bin sehr gespannt, ob sich unsere Frieda bei unserem Arzttermin Anfang Januar überhaupt zu einem „Gespräch“ motivieren lässt. Testen, ob unser Kind etwa 250 Wörter verstehen und mindestens 20-50 Wörter sprechen kann und ob es Zwei-Wort-Sätze spricht, können sie dort doch nicht wirklich, oder? Tierbilder benennen, Aufforderungen folgen, Vornamen nennen – ich muss jetzt irgendwie schon schmunzeln. Das alles mit unserer Frieda? Da stelle ich mir die Übungen zur Motorik mit Händewaschen, Rückwärtslaufen und Fußballspielen etwas leichter vor, aber wer weiß es schon. Vielleicht ist unser Mini-Menschen-Mädchen am Tag der Untersuchung ein absoluter Socializer und spricht, turnt und benennt bei einer Fremden wie noch nie zuvor.

beziehungsorientiert auch beim Doc

Bei Friedas Mittelohrentzündung Anfang November landeten wir in der Notfallpraxis des Krankenhauses übrigens bei einer zwar super-sympathischen Kinderärztin, die aber mit Sätzen wie „Alles ist gut. Es tut nicht weh…Gleich ist es vorbei.“ nicht so ganz meine Vorstellung vom Umgang mit Ängsten und Sorgen kleiner Patienten traf. Zwar untersuchte sie trotz Zeitdruck und Terminstress auch zuerst Friedas Puppe, die natürlich ebenfalls starke Ohrenschmerzen hatte, aber als ich die Puppe dann „Oh, nein. Ich will das nicht. Nein! Ich habe Angst.“ sagen und weinen ließ, entgegnete die Kinderärztin mir kritisch, warum die Puppe denn so etwas überhaupt sage, denn beim Kinderarzt müsse man keine Angst haben und es passiere ja nichts Schlimmes… Dadurch ließ ich mich aber natürlich nicht verunsichern und machte nicht nur mit der Puppe weiter wie immer. Der Puppe ging es eben nicht gut, sie wollte diese Untersuchung nicht und fühlte sich schrecklich – genauso wie Frieda. Ich spiegelte Friedas Gefühle und begleitete sie. Zum Glück schiebt die Kinderärztin in unserer Stammpraxis die Ängste und Sorgen kleiner Mini-Menschen nicht einfach so schnell beiseite, sondern nimmt all‘ diese Gefühle wahr- und auch an. Sie dürfen einfach da sein. Das ist toll, finde ich. Von so beziehungsorientierten Kinderärzten gibt es bestimmt nicht sooo viele.

Ist bei euch der Kinderarztbesuch ein Horror oder super easy? Haben euch eure Mini-Menschen-Kinder beim Doc eher verblüfft oder habt ihr sie und ihre Kooperationsbereitschaft vorab richtig eingeschätzt? Wie sind eure Kinderärzte so? Wie seht ihr diese ganzen U-Untersuchungen? Sinn? Unsinn? Ich bin mal wieder sehr gespannt.

1 Comment

  • Meine Große hat im Sommer bei der U7 kein Wort sagen wollen (dabei hätte sie ihm die 250 Wörter in zwei Sprachen sagen können, da wir zweisprachig erziehen), hat sich geweigert die Bauklötze zu stapeln, wollte sich weder wiegen noch messen lassen, hat sich schreiend an mich geklammert – war also äußerst kooperativ 😉 Der Kinderarzt hat mich dann gefragt, ob ich mit ihrer Entwicklung zufrieden sei und hat notiert „Mama mit Entwicklung zufrieden“. Er meinte, das ist typisch für das Alter, dass Kinder einfach nicht WOLLEN – auf Knopfdruck irgendwas machen müssen, ist ja auch doof… Und meine Tochter assoziiert den Kinderarzt mit Spritzen: da sie noch nie richtig krank war, hat sie den Arzt nur zu den U’s und zu Impfterminen gesehen. Unser Arzt impft nämlich selber. Andere Kinderärzte lassen das wohl ihre Arzthelferinnen machen, dann assoziiert das Kind praktischerweise nicht den Arzt mit den Spritzenschmerzen. Aber sonst ist unser Kinderarzt ganz toll. 🙂

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