der weg an die waldorfschule

ALLTAGSGESCHICHTE Ihr habt unseren lauten Freudenschrei sicherlich gehört: Unsere Frieda wird in diesem Sommer als Kann-Kind in der hiesigen Waldorfschule eingeschult. Wir sind unendlich dankbar und glücklich, dass unser Wunsch in Erfüllung geht. Wir können uns tatsächlich keinen besseren Zeitpunkt als jetzt und auch keine bessere Schulform für Frieda vorstellen. Im Beitrag Hochsensibilität und Waldorfschule erzählte ich euch, warum wir trotz oder sogar gerade wegen Friedas hochsensiblen Wesens die Waldorfschule für die beste Entscheidung halten. Wir sind uns sicher, dass Frieda dort auf wertschätzende Lehrer trifft und ihr die vielen immer wiederkehrenden Rituale wichtige Struktur und Sicherheit geben. Die Elemente der Waldorfpädagogik und die lange Bindung an eine Klassenlehrerin werden ihr gut tun, so dass die Schule für sie ein echter Wohlfühlort werden wird – quasi wie ein zweites Zuhause. ❤️ Auch, dass die Bereiche Musik, Tanz, Malen und handwerkliche Tätigkeiten und somit die ganzheitliche Ausrichtung und Ausbildung des Menschen so einen hohen Stellenwert haben, sind neben noch vielen anderen pädagogischen Aspekten, definitiv große Pluspunkte für uns. Denkst du auch darüber nach, dein Kind an einer Waldorfschule anzumelden? Dann möchte ich dir heute vom Aufnahmeverfahren an unserer hiesigen Waldorfschule berichten. Ein Aufnahmeverfahren, das sicherlich etwas anders ist als im Regelschulsystem.

Anmeldung und Motivationsschreiben

Vor etwas mehr als einem Jahr (fast 1 1/2 Jahre vor der Einschulung) setzten wir uns also hin und begannen die Anmeldung auszufüllen. Zusätzlich zu dem standardisierten Anmeldebogen mit den persönlichen Daten, sollte es auch noch einen kleinen Text über unsere Beweggründe zur Schulwahl und somit unsere elterliche Motivation geben. Puh! Das war schon nicht mehr ganz so leicht wie Name, Geburtsdatum und Adresse. So etwas geht mir eher weniger gut von der Hand, gebe ich zu, und so fragte ich auch andere Waldorfeltern, wie sie dieses sogenannte Motivationsschreiben verfasst hatten. Mit einem Beispiel an der Hand machten wir uns dann an unsere sehr persönlichen Gründe und ließen natürlich auch die aus unserer Sicht pädagogischen Pluspunkte der Waldorfschule einfließen. Eine Korrekturleserin gab‘ es dann auch noch, die uns noch den Tipp gab‘, das Ganze handschriftlich einzureichen. Gesagt, getan. Mit zwei aktuellen Fotos unserer Frieda (wir konnten uns nicht für eines entscheiden) ging dann unser Anmeldebogen mitsamt unseres Bewerbungstextes auf die Reise zur Schule. Kurze Zeit später trudelte hier ein Brief ein, dass unsere Bewerbung eingegangen sei und wir alsbald nach den Sommerferien über die Termine zu den Informationsveranstaltungen informiert werden würden. Zumindestens wussten wir nun, dass alles gut angekommen war und wir auf der Liste der Interessenten stehen. Dann hieß es erstmal warten…

Infoabend und Praxiswochenende

Irgendwann Anfang September trudelte hier eine Einladung zum „Tag des Offenen Klassenzimmers“ und dem Michaelifest an der hiesigen Waldorfschule ein. Natürlich hatten wir uns diesen Termin längst im Kalender notiert. Bevor es für mich in den Russischunterricht der 4. Klasse und den Handarbeitsunterricht in der 3. Klasse ging, nahm ich an einer kleinen Inforunde und einer Schulführung teil. Alles in allem war ich geflasht von dieser besonderen Atmosphäre, den Menschen und dem Unterricht. Guido und Frieda stießen mittags nach dem „Tag des Offenen Klassenzimmers“ zum Michaelifest dazu. Es war einfach tol und wir nun mehr als sicher, dass diese Schule unsere Wunschschule für Frieda sein sollte. Im November fanden dann die besagten Informationsveranstaltungen statt, zu denen alle Eltern eingeladen werden, die ihr Kind an der Waldorfschule angemeldet haben. Es war ein Infoabend zur Waldorfpädagogik mit unterschiedlichen Vorträgen aus dem Kollegium, dann ein Praxistag, an dem wir Eltern selbst Schulstunden an der Waldorfschule erleben und wortwörtlich begreifen durften und ein Infoabend zu den Finanzen. Wir nahmen natürlich an allen Veranstaltungen teil. Wir haben diese Veranstaltungen gar nicht so sehr als Verpflichtung gesehen, sondern viel mehr als Möglichkeit noch mehr über die Schule, ihre Menschen und die dort gelebte Pädagogik zu erfahren. Irgendwann dann trudelte ein mehrseitiger Bogen hier ein, der ausgefüllt werden sollte. Er enthielt Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Entwicklung, aber auch zu Schlaf-, Ess- und Spielverhalten und natürlich das Übliche zu Gesundheit, Impfstatus und Unverträglichkeiten.  Dann hieß es aber erstmal wieder warten. Zwischenzeitlich besuchten wir aber noch den Adventsbasar und auch das Oberuferer Christgeburtsspiel der Schule und blieben somit irgendwie wenigstens ein bißchen verbunden.

Schulstunde und Auswahlgespräche

Im Januar wurden dann kleine Gruppen der zukünftigen Erstklässler zu einer Schulstunde eingeladen. In einem nett hergerichteten Raum nebst Kuchenbuffet wurden wir und vier weitere Familien von Eltern der aktuellen 1. Klässler empfangen. Wir alle kamen sehr schön ins Gespräch und auch hier war wieder diese besondere Atmosphäre zu spüren. Dann wurden die Kids abgeholt. Frieda fiel die Trennung von uns sichtlich schwer, doch eine der wunderbaren Lehrerinnen erkannte dies sofort und baute ihr eine Brücke, in dem sie Frieda die Hand reichte und sie als „Lok“ der Kinder-Eisenbahn mit sich führte. Wie wunderschön! Die Kinder durchliefen in dieser Schulstunde dann spielerisch Elemente des Hauptunterrichts und ganz nebenbei wurden Schulreife, basale Sinne sowie soziale und kognitive Fähigkeiten angeschaut. Frieda hat es sehr gut gefallen, zumindestens erzählte sie mir im Anschluss sehr angeregt von den spannenden Aufgaben. Während unsere Frieda mit den anderen 4 Kindern im Nachbarraum Schule spielte, durften Guido und ich nochmal mit einem Teil des Auswahlgremiums darüber sprechen, warum wir unsere Frieda als Kann-Kind an der hiesigen Waldorfschule sehen. Das Gespräch gab‘ uns ein gutes Gefühl. Begegnung auf Augenhöhe und absolute Wertschätzung. Und auch Frieda hatte nebenan ihr Bestes gegeben und war im Sinne der Waldorfpädagogik tatsächlich schulreif, aber… eben auch gerade erst 5 Jahre geworden. Das Auswahlgremium wollte ihr gerne noch ein paar Monate Zeit geben und uns abermals Ende Mai zum Nachrücktermin einladen.

Und der verlief dann menschlich so großartig und erfreulich für uns, dass unsere Frieda nun also tatsächlich in diesem Sommer als Kann-Kind in unserer Wunschschule eingeschult wird. Wünscht ihr euch für euer Kind auch die Waldorfschule und hast du ganz konkrete Fragen zum Anmeldeverfahren, zu unserem Motivationsschreiben oder zu den Aufgaben, die Frieda in der Schulstunde bewältigen sollte? Schreibe mir gerne!

 

Liebe alle!

Mein Postfach und auch die Kommentarfunktion hier auf dem Blog quillt schier über von euren Anfragen. Ich freue mich sehr darüber, dass das euch das Thema interessiert und ihr Euch die Waldorfschule auch für Euer Kind wünscht. Ich kann euren ganzen Anfragen jedoch gar nicht mehr gerecht werden. Außerdem ist es sicherlich auch nicht „Sinn der Sache“, dass ich Euch allen unser Motivationsschreiben einfach so zuschicke und ihr es (oder auch nur Passagen daraus) abschreibt, denn es ist eben sehr individuell auf unsere Frieda abgestimmt. Eure konkreten Fragen beantworte ich jedoch weiterhin sehr gerne. Bitte schreibt mir unbedingt eine separate dafür eine Mail mama@frieda-friedlich.de und habt etwas Geduld. Vor lauter schönem Alltag komme ich im Moment selten dazu, mich um den Blog zu kümmern und sehe die Kommentare hier auch nicht immer sofort.

Alles Liebe und Danke für Euer Verständnis,

Julia

20 Comments

  • Hallo Julia. Würdest du mir das Motivationsschreiben als Beispiel einmal zusenden? Das würde uns sehr weiter helfen. ich tue mich auch schwer mit dem Schreiben und möchte unsere Tochter auf einer Waldorfschule anmelden 🙂
    Liebe Grüße

  • Hallo Julia, eine sehr tolle Webseite. Nachdem wir an unserer hiesigen Waldorfschule eine kurze Führung bekommen haben, sind wir hin und weg. Dieser Lernansatz erinnert mich an meine Kindheit wo der Handwerksunterricht noch im Lehrplan stand und man so viele nützliche Sachen lernen durfte. Nun stehen wir vor der gleichen Herausforderung und müssen ein Motivationsschreiben abgeben. Könnt ihr uns unterstützen und euer Schreiben mal zusenden?
    Vielen lieben Dank
    Liebe Grüße Stefanie

  • Hallo Julia, lieben Dank für deine Geschichte. Wir wünschen unserer Tochter auch einen Platz in der Waldorfschule und sind gerade dabei uns als Quereinsteiger zu bewerben.
    Ich würde dir sehr dankbar sein, wenn du mir ein Motivationschreiben zusendest.
    Lieben Dank!
    Mila

  • Hallo Julia,
    ein wirklich schöner und berührender Bericht über euren Weg an die Waldorfschule. Auch wir möchten, dass unsere Tochter als Kann-Kind an die Waldorfschule gehen kann. Die erste Anmeldung haben wir hinter uns, aber auch bei uns, wurde uns jetzt die Aufgabe des Motivationsschreiben gestellt. Wie viele fällt auch uns die Formulierung schwer und wir würden uns sehr freuen, wenn du uns eurer Motivationsschreiben zur Unterstützung zu senden würdest.
    Lieben Dank und viele Grüße
    Britta

  • Hallo Julia, Ich wünsche mir das mein Sohn auch einen Platz in der Waldorfschule bekommt und bin gerade dabei uns als Quereinsteiger zu bewerben.
    Ich würde dir sehr dankbar sein, wenn du mir ein Motivationschreiben zusendest.
    Lieben Dank!
    Andrea

  • Hallo Julia, danke für deinen Beitrag. Wir sitzen zur Zeit auch über dem Motivationsschreiben und ich wäre dir dankbar wenn du uns dein Motivationsschreiben als Beispiel zusenden könntest. Ich hoffe ich kann noch etwas wertvolles rausziehen. Wir möchten so sehr das unsere Tochter bei Waldorf akzeptiert wird.
    Vielen Dank,
    Maria

  • Hallo Julia,
    ein toller Bericht, der unter die Haut geht. Freut mich riesig, dass es bei Euch geklappt hat!!! Toll!!!
    Meine beste Freundin möchte nun ihre Tochter unterjährig an einer Waldorfschule anmelden und soll nun auch ein Motivationsschreiben verfassen. Ich würde ihr gerne dabei helfen und würde mich freuen, wenn Du so lieb wärst, uns Dein Schreiben zur Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Wäre das möglich? Ich danke Dir von Herzen.
    Viele liebe Grüße
    Britta

  • Hallo Julia,
    toller Blog und interessanter Bericht.
    Da wir unsere Tochter auch sehr sehr gerne an der hiesigen Waldorfschule unterbringen möchten, haben wir Bammel vor dem Auswahlverfahren.
    Unsere Tochter besuchte zwar einen Waldorfkindergarten, jedoch nicht den an unserem letzten Wohnort und hier war gab es keinen Platz. Die Schulplätze sind leider auch sehr rar.
    Könntest Du uns ein paar Infos zukommen lassen, was Fried für Aufgaben machen musste? Was genau die WaldorfschulReife verlangt…?
    Vielen lieben Dank vorab und viele Grüße
    Oliver

  • Hallo Julia,
    auf meiner Suche nach Anregung für unser Motivationsschreiben, bin ich auf Deinem wundervollen Blog gelandet. Auch ich würde mich sehr freuen, wenn Du Dein Schreiben mit mir und meinem Sohn teilen würdest. Wir wünschen uns sehr einen Platz an der hiesigen Waldorf Schule zu bekommen und benötigen Unterstützung auf unserem Weg. Vielen Dank und liebe Grüße, Melanie

  • Hallo Julia, vielen Dank für Deinen tollen Bericht und großartig, daß ihr erfolgreich wart! Wir haben auch eine Frida-allerdings ohne „e“ ;), die schon etwas älter ist und (nachdem die Regel-Grundschule sehr gut verlief) nun im Gymnasium nicht klar kommt-wir erkennen unsere Tochter gar nicht wieder. Wir haben uns schon länger mit dem Gedanken getragen, Frida auf die Waldorfschule zu schicken und sitzen momentan am Motivationsschreiben. Wärst Du so nett, und würdest uns Eures zur Verfügung stellen? Das wäre eine große Hilfe! Vielen lieben Dank!!
    Liebe Grüße, Barbara

  • Hallo liebe Julia,
    bei der Suche nach hilfreichen Tips für ein Motivationsschreiben für die Anmeldung an der Waldorfschule bin ich auf deiner Seite gelandet. Vielen Dank für die schönen Bericht -toll daß es bei Eich geklappt hat 🙂
    Magst Du uns auch das Motivationsschreiben zusenden?
    Wir wären Dir sehr dankbar!
    Alles Liebe
    Tasha & Taavi

  • Liebe Julia,
    vieles von dem, was du schreibst erinnert mich an unsere Tochter. 🙂 Wir sind gerade auch fleißig am Tüfteln an unserer Bewerbung allerdings für die Kita, würden uns aber sehr freuen mal in euer Schreiben reinlesen zu dürfen, um zu sehen, wie so etwas aussehen kann.
    Würdest du uns euer schreiben zukommen lassen.
    Herzliche Grüße
    Anne

  • Hallo Julia, wir sind bereits im Aufnahmeverfahren. Ich würde mich gern zu den Fragen mit dir austauschen. Ich freue mich, von dir zu hören. Liebe Grüße Sandra

  • Liebe Eltern,
    schämt ihr euch nicht? Es geht hier um die individuellen Gründe, warum ihr als Eltern die Waldorfschule für euer Kind gut findet. Seid nicht faul und schreibt irgendwo ab, nur um genau den Geschmack der Schulleitung zu treffen. Gerade deshalb melden wir unsere Kinder doch dort an: um freie, mündige, kreative Menschen zu werden und ihr möchtet abschreiben! Das ganze lebt von Vielfalt und jedes Elternpaar kann eigene Gründe bennen. Wie langweilig, wenn sich jedes Motivationschreiben gleich anhört. Und dann das Korrekturlesen! Als wenn jemand deine eigene Motivation korrigieren müsste, damit ihr euch besser ins Schema eingügt. Das verstehe ich nicht. Geht als gutes, mutiges Beispiel für eure Kinder voran, hört in euch hinein und schreibt es auf. Es muss doch nicht perfekt sein. Das sind alles Werte, die wir uns für unsere Kinder wünschen.

  • Hallo Julia,
    Ich möchte meinen Sohn als Quereinsteiger an einer Waldorfschule anmelden. Auch wir sitzen gerade an unserem Motivationsschreiben. Könntest du uns deins bitte zur Verfügung stellen? Du würdest uns damit sicherlich weiter helfen. Vielen Dank für deine Unterstützung und vielen Dank für deinen schönen Beitrag zur Waldorfpädagogik.
    Viele Grüße
    Irmgard

  • Moin, vielen Dank für so einen tollen Bericht über Waldorfschule. Ich wäre dir dankbar wenn du uns dein Motivationsschreiben als Beispiel zusenden könntest. Vielen Dank im voraus.
    Viele liebe Grüße

    Katja

  • Liebe Julia, ich habe gerade hochinteressiert Deine Zeilen gelesen. Wir möchten unseren Sohn (zur Zeit 5. Klasse) gern in einer Waldorfschule anmelden, da wir gemerkt haben, dass eine staatliche Schule seine Interessen und Fähigkeiten in keinster Weise fördern kann. Würdest Du bitte so freundlich sein und auch uns Dein Motivationsschreiben zukommen lassen? Ich habe zwar schon Einiges vorgeschrieben, aber vielleicht habe ich noch ganz Wesentliches versäumt zu schreiben. Wir wären Dir sehr dankbar. Wir wünschen Euch alles Gute. Viele liebe Grüße von Silke

  • Liebe Julia,
    das klingt alles so spannend und wunderbar wertschätzend,liebevoll und offenherzig-Danke für diesen Beitrag Er bestärkt mich noch mehr in unserer Entscheidung für die Waldorfschule!
    Darf ich dich vielleicht auch um das Zusenden des Motivationsschreiben bitten? Ich suche eine Inspiration,um überhaupt einen Anfang und dann unseren eigenen Weg zu finden!
    Tausend Dank im Voraus und euch alles Gute!!

    Liebste Grüße
    Victoria

  • Hallo Julia
    Ein schöner Bericht, der mich noch mehr darin bestätigt, dass unser Enkel auf einer Waldorfschule am besten aufgehoben ist.
    Wenn es keine Umstände macht, würde ich mich darüber freuen, wenn du mir das Motivationsschreiben, als Gedankenstütze, zukommen lassen könntest.
    Liebe Grüße
    Anja Otto

  • Liebe Julia
    auch ich bin sehr interessiert den Brief mit dem Bewerbungsschreieben für die Waldorfschule zu lesen.
    Unser Sohn Till, auch ein Sensibelchen, würde auch gerne auf die Waldorfschule. Genauso sind wir Eltern der Meinung, dass er hier am besten aufgehoben ist.
    Vielen lieben Dank, Katja aus Bad Soden
    Liebe Grüße

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