mama-bashing in socialmedia

ALLTAGSGESCHICHTE Vor ein paar Wochen habe ich mich in einer Hau-Ruck-Aktion aus fast allen meinen Mama-Facebookgruppen gelöscht. Ich will das nicht mehr, denn ich mag es einfach nicht, wie Ratsuchende zum Teil behandelt werden. Alter Hut? Ja, vielleicht kennst du dieses Phänomen nicht erst seit gestern und hast dich schon vor längerer Zeit aus diversen Gruppen verabschiedet (oder aus eben diesen Gründen sogar nie angemeldet). Dennoch möchte ich euch heute von dem Kommentar meines persönlichen Grauens erzählen, der Auslöser für meinen Abschied war. Das ist nämlich eine sehr besondere Geschichte, finde ich. Mama-Bashing gibt es mittlerweile ja leider fast überall. Bestimmt habt ihr auch noch die ein oder andere Anekdote aus irgendwelche Mama-Gruppen, oder? Egal, ob furchtbar oder lustig, ich freue mich über eure Erlebnisse und Erfahrungen.

eine empfehlung, die förmlich strahlte

In einer Facebook-Gruppe für  – ACHTUNG! – hochsensible Mütter mit sehr empfindsamen Kindern empfahl eine Mama das wundervolle Buch „Bindung schafft Nähe„, das ich vor gut 3 Jahren auch schon einmal hier vorgestellt habe. Es ist wirklich ein unglaublich ergiebiges Buch mit vielen Ideen und Vorschlägen für bindungsorientiertes Spiel, in dem man durchaus immer mal wieder blättern und sich inspirieren lassen kann. Diese besagte Mama eröffnete also einen Beitrag und schrieb, dass ihr dieses Buch schon so oft geholfen habe, dass sie es nun gerne an alle weiterempfehlen möchte. Einfach so! Ich fand‘ es überaus schön, dass uns diese Mutter an ihren Erfahrungen zu diesem Buch teilhaben ließ. Sowieso mag ich gute Ratgeber rund um ein bedürfnisorientiertes Leben sehr und wenn sie dann noch einfach so, sprich ohne dass es eine  konkrete Nachfrage gab, gepostet werden, dann finde ich es besonders „echt“. Das Posting dieser Mama strahlte irgendwie förmlich für mich, denn sie gönnte anderen Mamas dieses Strahlen und diese Glückseligkeit eben auch. Nur deshalb empfahl sie dieses Buch.

die unsensibelste unter den sensiblen

Und dann kam sie. Sie, diese eine Mama, die alles Schöne kaputt macht. Diese eine, die ihren negativen Gedankenmatsch nicht einfach in ihrem Kopf behält, sondern ihn auch noch in die Welt hinausträgt. Sie, die andere verurteilt und ihnen Übles unterstellt. Ihr kennt sie sicherlich auch schon. Sie hat zu allem etwas zu sagen, sieht in allem das Negative und gibt solch unsensible Kommentare, dass ihr euch unbekannter Weise für sie schämt. So ging es mir jedenfalls neulich, als ich den zweiten Kommentar zu der oben genannten Buchempfehlung las (den ersten schrieb übrigens ich). Es sei ein  absolutes Armutszeugnis, wenn man als Mama noch nie selbst auf die Idee gekommen sei, mit dem eigenen Kind zu spielen und wenn man als Spielanregung ein Buch brauche. Mama-Bashing in vollendeter Form. Dabei wollte die Mama von oben doch nur etwas ganz wunderbares erzählen, ihre Erfahrungen teilen, anderen helfen, ihr Glück hinaustragen. Wie manche Menschen miteinander umgehen, macht irgendwie was mit mir. Und dann noch in einem Zusammenschluss besonders sensibler Menschen. Also unsensibler hätte eine Antwort ja niemals sein können. Und unsensibel ist jetzt noch schön gesagt.  Ich jedenfalls möchte mich nicht mehr länger damit belasten. Ich finde es etwas schade für all‘ die tollen Leute, die hinter vielen Postings und Kommentaren stehen. Für alle wertvollen Tipps, Ideen und Meinungen. Es tut mir leid für diesen oftmals auch kreativen, offenen und wertschätzenden Umgang und Austausch. Aber aus diesen Grüppchen und Clübchen rund um Kinder bin jetzt aber endgültig raus. Du siehst es ja immer wieder selbst. Egal, ob Gruppen für bedürfnisorientiertes Leben, Beziehung statt Erziehung, Tipps aus der eigenen Region, Ernährung, Sport, Kinderbücher oder hochsensible Personen: Mama-Bashing ist Alltag – immer und überall.

Ihr habt auch Anekdoten aus irgendwelche Mama-Gruppen? Egal, ob schrecklich unsensibel oder lustig – ich freue mich über eure Erlebnisse und Erfahrungen. In welchen Gruppen seid ihr denn so? Oder habt ihr euch auch bereits aus vielen Clübchen verabschiedet?

2 Comments

  • Ich finde es traurig, dass die einfach so weiter machen können. Eigentlich sind diese Menschen doch die, die die Gruppe verlassen sollten.

    Jedoch gestehe ich auch, dass ich Gruppen ebenso verlasse, wo solcher Umgang toleriert wird und auch auf Nachfrage nichts passiert. Meine liebste Gruppe ist derzeit „Müde Mamas“. Da gibt es einen liebevollen Umgang miteinander, man kann sein Leid klagen, aber auch seine Freude oder lustigen Momente teilen und einfach grundehrlich sein. Es gibt Tipps, wie man auf sich aufpassen kann und Unterstützung, wenn alles über einem zusammenbricht. 🙂
    Auch wenn es wie ein Traum klingt… Es ist wirklich traumhaft.
    Ganz liebe Grüße,
    Yvonne

  • Ja, liebe Julia, auch ich hab mich schon vor längerer Zeit aus einer Gruppe veranstaltet, die Du sicher auch noch kennst, aus dieser Gruppe (Forum) kenne ich Dich ja. Ich hab mich da ziemlich lange recht wohl gefühlt, aber irgendwann war es dann so weit, dass es mir viel zu oberflächlich, zu nervig wurde, wenngleich das Miteinander dort – zumindest oberflächlich betrachtet – dort recht moderat war. Hinzu kommt, dass ich den Kontakt, bis auf wenige Ausnahmen, wirklich nur mit den Mädels über das Forum hatte. So ein Forum lebt nun aber mal von der „Unterhaltung miteinander“ und zwar in schriftlicher Form. Das liegt nicht jedem, es kommt durch das „nur schreiben“ auch oft zu Missverständnissen. Manchmal vermisse ich einige der Mädels noch, mit einigen wenigen hab ich noch losen Kontakt. Manchmal glaube ich auch, dass alles seine Zeit hat.

    Liebe Grüße aus Dresden von der „Liese“ 🙂

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