teil eines generationenprojekt

ALLTAGSGESCHICHTE Lange genug musste ich nun „dicht halten“, aber endlich darf ich es mit euch teilen. Ich bin aufgeregt und total gespannt. Unsere Frieda war im vergangenen Herbst nämlich Teil eines großartigen Projekts. Aber mal ganz von vorne… Irgendwann im September wurden wir in Friedas KiTa eingeladen, weil unser Mini-Menschen-Mädchen die Möglichkeit haben sollte, an einem Generationenprojekt teilzunehmen. Es sollte darum gehen, dass zehn 4-jährige aus Friedas KiTa sechs Wochen lang in eine Seniorenresidenz nach Bergisch-Gladbach fahren, um dort den Alltag mit wiederum zehn Senioren zu verbringen. Die Rentner sollten so wieder aktiver werden, ihre Fitness und vor allem aber ihre Lebensfreude steigern. Für uns ein unglaublich toller Ansatz Alt und Jung in unserer Gesellschaft wieder näher zusammenzubringen, so waren wir von der Idee erstmal vollkommen geflasht. Vor allem haben wir selbst ja kaum Kontakt zu älteren Menschen. Klar, Frieda hat noch Großeltern und gerade zu meiner Mutter hat sie eine sehr enge Bindung, aber so richtig alte Rentner sind diese eben auch noch nicht wirklich.

 Überforderung oder Chance für Frieda?

Wie ihr ja bereits aus vielen meiner Blogbeiträge wisst, ist unsere hochsensible und introvertierte Frieda nicht gerade tiefenentspannt und vollkommen locker, wenn sie in eine für sie unbekannte Umgebung kommt und auch nicht, wenn sie dann fremde Menschen kennenlernt. Sie braucht enorm viel Begleitung, Raum und vor allem Zeit, um sich anzunähern oder um überhaupt die Kontaktaufnahme anderer zuzulassen. Aus diesem Grund haben Guido und ich uns die Entscheidung, ob unsere Frieda tatsächlich daran teilnehmen sollte, wirklich nicht leicht gemacht. Immer wieder sprachen wir darüber, wogen ab und überlegten, ob die Zusammenkunft mit zehn fremden Senioren für unsere Frieda eher eine Überforderung oder eine vielleicht doch eine Chance zur Entwicklung sein könnte. Tatsächlich hatte mein sehr bedürfnisorientiert pochendes Mamaherz auch kleine Zweifel. Ich fragte mich zum Beispiel, ob der Umgang der Senioren mit den Kindern immer so in unserem Sinne sein würde. Aus meinem Kopf verschwanden die Gedanken an diese „totale Erziehung“, die die Senioren selbst ja vielleicht stark geprägt haben könnte, erst als wir Eltern die alten Menschen (so nennt unsere Frieda sie immer) im Vorfeld kennenlernen durften. So kamen wir zu dem Schluss, dass Frieda, gut begleitet von ihren drei bekannten Erzieherinnen und mit neun anderen ihr bekannten Kindern aus ihrer KiTa, an diesem genialen Generationenprojekt nur wachsen konnte. Und so war es auch. Natürlich brauchte Frieda einige Tage länger als die meisten der anderen Kinder, um Kontaktaufnahmen der Senioren zu zulassen oder gar zu erwidern. Am Anfang hielt sie sich auch erstmal noch auf Abstand und nahm eher zögerlich an gemeinsamen Spiel- oder Bastelangeboten teil, aber beobachte alle und alles sehr genau und brachte sich dann plötzlich ein, als es darum ging alle Namen der Kinder und Senioren an eine Tafel zu schreiben. Buchstaben, Wörter, Lesen und Schreiben sind einfach ihr Ding… Als das Eis dann endgültig gebrochen war, genoss sie die Tage bei den „alten Menschen“ sehr, entwickelte sich unglaublich, wuchs Tag für Tag über sich selbst hinaus und erzählte täglich von so tollen Momenten, dass ich mir nicht nur einmal wünschte selbst dabei gewesen zu sein. Zu Marlene, einer wunderbaren Seniorin mit großem Herz und einem unglaublichen Feingefühl für Kinder und deren Bedürfnisse, baute unsere Frieda dann eine sehr intensive Bindung auf. Marlene selbst schwärmte auch sehr von unserem Mini-Menschen-Mädchen und konnte sich vor allem auch für das hochsensible, introvertierte und besonders pfiffige Wesen unserer kleinen Frieda begeistern. Der Kontakt zu dieser Seniorin und ihrer Familie besteht auch jetzt, längere Zeit nach dem Generationenprojekt noch. Und wir freuen uns sehr. Diese Freundschaft zu Marlene bereichert nicht nur Friedas kleines Leben, sondern weitet auch mein Mamaherz total!

„Wir sind klein und ihr seid alt“ im TV

Im Herbst letzten Jahres fuhr unsere Frieda also sechs Wochen lang fast täglich in die Seniorenresidenz nach Bergisch-Gladbach. Nach dem ersten Kennenlernen standen neben dem ganz normalen Alltag auch ein paar gemeinsame Ausflüge, ein Sportfest und verschiedene Feiern an. Am Ende wurden wir Eltern dann zu einer super schönen Abschlussaufführung eingeladen. Da verdrückte nicht nur ich das ein oder andere Tränchen. So emotional! Einfach Wahnsinn. Begleitet wurde das ganze Generationenprojekt, in dem übrigens auch die physische und psychische Gesundheit der Senioren von Ärzten überprüft und Veränderungen ausgewertet wurde, von einer TV-Produktion. So habt ihr ebenfalls die Möglichkeit euch das ganze Projekt „Wir sind klein und ihr seid alt“ im Fernsehen anzusehen. Für uns sind die drei Sendungen auch noch eine große Überraschung, weil wir die bewegten Bilder vor der Veröffentlichung nicht anschauen konnten. Wir hoffen aber inständig, dass wir kein allzu behämmertes Bild abgeben. 🙂

Für uns als Eltern stand natürlich das Projekt mit all‘ seinen großartigen Effekten für Jung und Alt im Vordergrund, die Kameras waren (bis auf den Tag als das TV-Team dann für eine kleine Homestory zu uns nach Hause kam) definitiv nebensächlich und vor allem nicht ausschlaggebend für unsere Entscheidung Frieda an diesem außergewöhnlichen und bahnbrechenden Abenteuer teilnehmen zu lassen. Erste Informationen zur Sendung findet ihr auf VOX.de

→ Mo 18.02.2019 auf VOX um 20.15 Uhr ←

Vielleicht schaltet ihr ja auch ein, weil euch dieses Generationenprojekt interessiert. Ist die Zusammenführung von Jung und Alt für euch eine tolle Sache? Ich freue mich auf all‘ Eure Gedanken und Kommentare zu diesem Projekt.

[Unser persönlicher Beitrag enthält hiermit unbezahlte WERBUNG für VOX!]

5 Comments

  • Eine schöne Idee, wenngleich es, zumindest für mich, nicht neu ist, dass Senioren, die auf vielfältige Art und Weise in Seniorenresidenzen u. ä. sinnvoll und gut „beschäftigt“ werden, richtig aufblühen. Viele ältere, alte Menschen haben einfach keine Familie mehr, hatten vielleicht noch nie eine oder haben keine Kinder oder keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern, warum auch immer. Es ist manchmal sehr traurig, was sich da zuweilen in den Seniorenheimen abspielt, aber natürlich gibt es auch nicht nur Trauriges. Kinder sind mit ihrer herzerfrischenden Ehrlichkeit und ihrer (zumindest überwiegend) unvorhergenommenen, herzlichen Art eben ein schönes Pendent zum „normalen“ Alltag. Sicher gibt es auch Menschen, die keine Kinder mögen, aber das ist aus meiner Erfahrung heraus, keinesfalls altersbedingt. Ich kenne einige junge Leute, die mit Kindern „nichts anzufangen“ wissen. Schade eigentlich, aber es halt so, jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Wünsche und Befindlichkeiten.

    Wenn ich Zeit habe, werde ich mir die Reportage gern anschauen. Den Termin hab ich mir schon mal notiert. 😉

    Danke für den schönen Beitrag, liebe Julia.

    Viele Grüße von „Liese“.

  • Das ist ja spannend. Ich finde ja sowieso, dass es viel mehr WGs mit gemischten Altersklassen geben sollte. Alleinstehende ältere Menschen leben mit zB Studenten zusammen.
    Toll, dass es Frieda so gut gefallen hat.

  • Ich wollte nur mal sagen, dass ich mir die Reportage mit sehr viel Begeisterung angeschaut habe. Echt schön, dieses Projekt. Und ich fand es so schön, Frieda einmal „live zu erleben“, so ein süßes, „unaufdringliches“ Mädchen. Wenn ich es zeitlich einrichten kann, schaue ich gerne weiter und bin gespannt, wie es weiter geht.

    Liebe Grüße aus Dresden von der „Liese“.

  • Das war rundherum toll. Ich habe alle 3 Folgen sehr gerne gesehen und, da ich sie aufgenommen habe, kann ich sie auch immer wieder mal schauen. Bei mir sind auch einige Tränchen gekullert, ich musste allerdings auch teilweise herzhaft lachen (z.B. als Frieda Guido die Erdbeermarmelade „schmackhaft“ gemacht hat, weil „die Tochter“ das doch so liebt. Toll, dass ihr noch Kontakt zu den Senioren habt. Mich würde echt interessieren, wie es allen in ca. 1/2 Jahr so geht. Frieda: Super gemacht, du bist ein ganz tolles kleines Menschenkind.
    LG Mascha

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